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Sonntag, 27. Oktober 2013

Ein Traum wurde wahr...

Heute will ich zur Abwechslung einfach mal direkt mit einem Bild anfangen. Natürlich ein Bild mit Bezug zum Titel dieses Blog-Posts...


Und nein, gemeint ist nicht die Tatsache, dass ich mal ein Eichhörnchen mit Nuss im Maul erwischt habe. Eichhörnchen fotografieren zu dürfen ist zwar immer wieder traumhaft, aber heute soll es mehr um das wie beziehungsweise um das "womit" gehen.

Um das besser erklären zu können, muss ich allerdings erst etwas weiter ausholen...

Seit vielen, vielen Jahren wünschen sich die Naturfotografen auf der hellen Seite des Kameramarktes – sprich die Canon-Fraktion – ein Telezoom im Bereich irgendwo zwischen 200 und 400mm oder noch besser gleich bis 500mm und das natürlich mit der Lichtstärke 4.0 und der von den anderen Superteleobjektiven gewohnten Bildqualität. Und was hatten wir zur Verfügung? Ein 100-400 mit Blende 5.6 und einer Bildqualität über die wir vor allem in der Gegend um 400mm lieber den Mantel des Schweigens hüllen. Natürlich gab es Alternativen und die kamen, von lustigen 2-fach-Konverter-Kombinationen mit dem 70-200/2.8 mal abgesehen, allesamt von Sigma. Am unteren Ende waren das die verschiedenen 120-300/2.8 Objektive, die optisch gar nicht so schlecht waren. Doch die aufgedruckte und angepriesene Lichtsärke stammte wohl eher aus der Fabelwelt und bei Servo-Autofokus wurden einem leider sehr schnell die Unterschiede zu einem Canon-Objektiv im selben Brennweiten- und Lichtstärke-Bereich aufgezeigt. Das hier auch preislich ein deutlicher Unterschied bestand (ein Canon 300/2.8 lag ca. beim doppelten des 120-300/2.8 von Sigma) ist unbestritten.

Kleiner Lückenfüller ;-)

Am oberen Ende gab es bei Sigma dafür ein 300-800/5.6, das zumindest preislich schon in der Liga der Originalobjektive spielte. Optisch ebenfalls sehr gut, krankte es sonst an den selben Stellen wie der kleine Bruder: Servo-AF einfach nicht auf dem Level, das man für Action erwarten würde und bei Canon auch darf und dazu kommt wie bei allen hochwertigen Sigmas die Angst, das bei feuchtem Wetter (von Regen wollen wir gar nicht erst reden) die Finger plötzlich gülden glänzen ;-)

Bitte nicht falsch verstehen...ich habe nix gegen Sigma, auch wenn es gleich noch etwas heftiger werden könnte. Sigma baut teilweise sehr gute Objektive, bietet diese meist zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis an und ich kenne einige, die mit ihren Sigmas sehr zufrieden sind. Ich selber hatte nur bislang mit jedem Sigma das ich getestet habe, so überhaupt keinen Spaß, was sicher auch an der viel zitierten Serienstreuung bei Sigma liegen dürfte. Und ein bisschen Spaß über die "Anderen" muss unter Fotografen einfach sein. Da das lästern über Nikon – wir kommen gleich zum "warum" – sich an dieser Stelle aber leider (noch) verbietet, muss eben Sigma dran glauben ;-)

Nun, die Naturfotografen wünschen sich nicht nur schon seit vielen Jahren also ein richtig tolles Telezoom, sondern seit mindestens genauso langer Zeit geistert auch immer wieder das Gerücht durch die Szene, das Canon ein ebensolches in Entwicklung hätte. Doch was passierte 2004? Es war Nikon, die plötzlich mit einem 200-400/4.0 auf den Markt kamen. Es hatte wie zu erwarten einen stolzen Preis, aber die Qualität war angemessen und nicht wenige Fotografen wechselten allein wegen dieses Objektivs das Lager. Zu dieser Zeit war, vor allem bei Nikon, der 1,5er Crop noch der Standard, so dass der begeisterte Tierfotograf mit 300-600mm ein echtes Traumobjektiv zur Verfügung hatte. Und ich kann aus eigener Erfahrung berichten, wie bescheiden es ist, wenn man mit einer Festbrennweite im Jeep sitzt und sich das "Objekt" der Begierde um genau jenen einen Zentimeter auf einen zu bewegt, der es einem nicht mehr möglich macht, es mit allen entscheidenden Körperteilen in den Bildausschnitt zu bekommen. Selbstverständlich greift man schnell zur zweiten Kamera mit dem kurzen Telezoom (70-200+1.4er) aber der Mann neben einem mit dem Nikon 200-400 dreht lässig am Rad und fotografiert ohne Pause weiter ;-)

Sehnsüchtig warteten also alle Canon-Besitzer ohne den nötigen Wechselwillen, dass Canon doch endlich auch aus dem Knick kommen möge. Zumal mittlerweile auch von einem 200-500/4.0 munkelte, was den nun mehr und mehr aufkommenden/bezahlbaren Vollformat-Kameras etwas mehr entgegen gekommen wäre.

Doch Canon ließ weiter auf sich warten und stattdessen "überraschte" zur Photokina 2008 wieder einmal Sigma die Fotowelt mit ihrem neuen Sigmonster: 200-500/2.8, über 15kg(!) schwer und über 23.000 Euro teuer. Kein Wunder, dass es sich irgendwie nicht durchsetzte ;-)

© Sigma - Bild ist nur geborgt und ich gebe es ganz bestimmt wieder zurück
Sorry, aber ich glaube, ich war nicht der einzige, der darüber nur den Kopf schütteln konnte. Nunja, der Preis hat sich zwar mittlerweile halbiert, aber haben will es trotzdem keiner mehr.

Denn irgendwann vor der Olympiade 2012 ließ Canon endlich die Katze aus dem Sack und kündigte das 200-400/4.0 aus eigenem Hause (Technische Daten bitte unter diesem Link nachlesen, hier geht es mehr um die Erfahrungen in der Praxis) an. Und der absolute Clou als Bonus oben drauf: Ein einschwenkbarer 1.4er Konverter, der natürlich genau auf dieses Objektiv gerechnet ist und dementsprechend die Bildqualität so gut wie nicht mehr beeinträchtigen sollte. Damit wurde auf sehr elegante Weise dem vor allem mit der EOS 1D X gestiegenen Hunger nach Brennweite Rechnung getragen, wenn gleich die Idee an und für sich nicht wirklich neu war. Die filmenden Fernsehkollegen kennen dies schließlich schon seit eh und je. 

Die Welt schien also wieder in Ordnung für die Freunde der grauen Riesen. Schien! Denn erstens wurde noch kein Preis genannt und zweitens auch noch kein Liefertermin. Offiziell galt das Objektiv gar nur als Studie...

Doch im Sommer 2013 war es endlich soweit und das gute Stück kam zum stolzen Preis von knapp unter 12.000,- Euro (ächz!) auf den Markt. Alle Tester, die das Objektiv bereits zuvor teils sehr ausgiebig im Einsatz hatten, überschlugen sich fast bei der Beschreibung der phänomenalen Bildqualität. Und in den Konverter-Mechanismus hatte ich mich eh schon verliebt...wie oft habe ich mir bei Regen oder Schneefall schon einen abgebrochen, um beim Konverterwechsel (drauf oder runter) nix feuchtes auf die Linsen zu bekommen. Mal ganz davon abgesehen, dass dies trotz aller Übung immer mit einer Fotopause verbunden ist und in dieser Pause nach Professor Murphy immer die besten Momente verpasst werden ;-)

So begab es sich also, dass ich im Sommer dank des freundlichen Foto-Fachgeschäftes meiner Wahl mit Namen Photo Universal die Gelegenheit hatte, das gute Stück für einige Tage selbst unter die Lupe zu nehmen. Darüber, das dies nicht ohne eigennützige Hintergedanken geschah, war ich mir natürlich schon vorab im Klaren. Doch davon später mehr...

Natürlich musste das Objektiv einen adäquaten Testparcours absolvieren. Zu erst standen meine kleinen rothaarigen Freunde auf dem Plan. Klein, schnell, nervös und allzu oft den entscheidenden Schritt zu nahe für das 300/2.8, mit dem ich die Eichhörnchen bislang fast ausschließlich fotografiert hatte. Die fehlende Blende machte ich damit wett, dass ich das 200-400 über den gesamten Testzeitraum nur bei Offenblende verwendete, was damit der meist aus Schärfentiefe Gründen verwendeten Blende 4 am 300er entsprach. Die Möglichkeit zu Zoomen musste zwar erstmal in Fleisch und Blut übergehen, aber die Ergebnisse von einem kurzen Morgen waren schon sehr viel verprechend. Die Sorge, dass die eine Blende Licht dem Autofokus fehlen würde, schien unbegründet zu sein und dies wurde beim nächsten Punkt auf dem Testplan noch bestätigt.

An einem sonnigen Nachmittag machte ich mich mit meinem Kollegen Qingwei Chen ins Denkendorfer Freibad auf, um dort sowohl das 200-400 wie auch das 120-300 Sigma Sport und das 400/2.8 IS gegeneinander und auf ein paar tapfere Delphin-Schwimmer los zu lassen. Für den Servo-AF gibt es kaum etwas unangenehmeres, als die nur kurz auftauchenden Schwimmer urplötzlich scharf stellen und verfolgen zu müssen. Natürlich leistet hier vor allem die Kamera den wichtigsten Anteil und mit zwei 1D X und einer 5D Mk3 war hier auf jeden Fall dafür gesorgt, dass die Schuld nicht bei der Kamera zu Suchen sein sollte. Da Qingwei auf ein paar Jährchen als Sportfotograf zurück blickt und ich mich bislang mit bewegten Motiven auch nicht nur doof angestellt habe, waren wir guter Dinge, dass der Test eine gewisse Aussagekraft für uns haben könnte. Und um es einfach mal kurz zu machen (Der Post wird eh schon wieder viel zu lang): Das Sigma stank so richtig ab. Das 400/2.8 war gewohnt top, nicht um sonst ist es seit seinem Erscheinen das unumstrittene Arbeitspferd der meisten Sportfotografen. Doch das 200-400 steckte auch die eine Blende schnellere Festbrennweite in die Tasche. Und zwar so richtig ;-) Bewertet haben wir dabei einfach das Verhältnis von korrekt auf den Kopf fokusierten Bildern zu falsch fokusierten Bildern. Bei mir selbst waren 90% der Sigma-Bilder leider Ausschuss und beim 200-400 waren es unter 15%. Natürlich will ich nicht ausschließen, dass man das Sigma mit seinem lustigen USB-Connector nicht auf deutlich bessere Werte trimmen kann, aber mir reicht schon die AF-Justage bzgl Front- und Backfokus, die bei heutigen Auflösungen eigentlich unumgänglich sind, sodass ich dafür eigentlich keinen Nerv mehr habe. Und das Canon musste auch "out of the box" funktionieren ;-) 

Ich weiß natürlich, dass wir hier preislich Äpfel mit Birnen vergleichen, aber Brennweiten mäßig sind das eben die vergleichbaren Alternativen. Das 300/2.8 musste mangels Zeit (Delphin ist doch etwas kräftezehrender als manch andere Lage) außen vor bleiben. Ich behauptete jetzt aber einfach mal kühn, dass es sich wohl ähnlich wie der 100mm längere Bruder aus dem Festbrennweitenlager geschlagen hätte.

Delphin im Tiefflug

Auch Qingwei war sich nicht zu schade, als Testmotiv herzuhalten

Hier der 100% Crop zum vorherigen Bild
Man bedenke bei der 100% Ansicht, das der gute Schwimmer gerade aus dem Wasser auftaucht und deshalb noch etwas nass im Gesicht ist. Die Schärfe lässt sich somit nur an den trockenen Stellen ohne Wasserfilm beurteilen.

Somit war für mich schon klar, dass das 200-400 das 300er durchaus ersetzen kann, wenn es nicht auf die absolute Anfangsöffnung von 2.8 ankommt.

Zum Abschluss machte ich am nächsten Tag noch einen Ausflug in die Wilhelma, um halbwegs kontrolliert noch die Konverter-Funktion des Objektivs testen zu können. Die beiden folgenden Bilder mit den jeweils zugehörigen 100%-Crops zeigen IMHO die Leistung des Objektiv selbst bei maximaler Brennweite von 560mm in Kombination mit Offenblende in beeindruckender Weise.





Ich denke hiermit kann die Bildqualität abschließend als "über alle Zweifel erhaben" bezeichnet werden und für den Rest des Erfahrungsberichtes abgehakt werden ;-)

Doch wo viel Licht ist, geht es auch meist nicht ohne etwas Schatten zu. Ok, der Preis ist sicher der erste Nachteil, den jeder Interessent sogleich zu spüren bekommt. Darüber hinaus fielen mit noch ein paar Kritikpunkte auf, die ich im Folgenden kurz aufzählen will.

Mir persönlich wäre es sehr viel lieber gewesen, wenn sich der Hebel für den Konvertermechanismus auf der rechten statt auf der linken Seite befinden würde. Hat man die linke Hand – wie bei großen Teles üblich – auf dem Objektiv liegen, um den Spiegelschlag zu dämpfen oder einfach vorne am Zoomring, um sich der – wenn auch anfangs noch sehr schwergängigen – Zoommöglichkeiten zu erfreuen, dann wäre es deutlich einfacher, komfortabler und vor allem schneller, den Konverterhebel mit dem Mittelfinger der rechten Hand zu betätigen. Dazu müsste dann weder der Zeigefinger vom Auslöser noch die linke Hand vom Zoomring weggenommen werden. Ein kleines Detail, dass aber in mancher Situation den Unterschied ausmachen kann zwischen: "Bild befindet sich auf der Speicherkarte" und "Bild befindet sich nur im Kopf des Fotografen". Aber die Erinnerung an eine tolle Szene soll ja auch ein schönes Gefühl sein...

Mit dem Einklappen des Konverters hat auch der dritte Kritikpunk (den Zweiten habe ich oben still und heimlich mit eingeschoben ;-) ) zu tun: Wenn man, wie bei mir zu 90% der Fall, vor allem im manuellen Belichtungsmodus fotografiert, muss man nach jedem Ein- oder Ausklappen des Konverters die ISO (oder die Zeit) um die entsprechende Blende korrigieren, wenn man stets mit Offenblende fotografieren will. Doch was soll ich sagen...während ich diesen Blogpost begonnen habe, kündigt Canon (leider erst für Januar, ich hätte das Feature locker in einem Tag entworfen, implementiert, getestet und ausgerollt ;-) ) doch glatt ein umfangreiches Firmware-Update für die 1D X an, mit dessen Hilfe man genau dieses Problem gelöst bekommt. Ganz ehrlich: Ich hätte in der Vergangenheit so etwas bei Canon für absolut unmöglich gehalten. Vielleicht hat Michael Reichmann doch Recht damit, dass die Fotobranche momentan am Umdenken ist und ihre Kunden, die verdammt viel Geld für das ganze Fotoequipment auf den Tisch blättern, auch etwas ernster nehmen muss.

Ein Punkt, bei dem ich mir noch nicht so sicher über den Schuldigen bin, ist der Folgende: Nimmt das Licht ab, dann habe ich an der 1D X mit den AF-Feldern in der obersten Reihe rechts und links außen leider auch die Tendenz feststellen müssen, dass der AF hier oft nicht "zubeissen" kann. Da ich dieses Problem aber auch schon mit dem 180/3.5er Makro festgestellt habe, bin ich mir noch nicht sicher, ob das ein Problem des Objektivs oder Kamera ist. Es ist aber spürbar und für mich bislang der einzige kritische Punkt.

Nun zu Punkt fünf: Benutzt man das Objektiv mit dem mitgelieferten Standardfuß und einer passenden Arca-Platte, dann geht es mit einem schweren 1er Body leider sehr Hecklastig zu. Die folgenden beiden Bilder sollen das Verhalten, das besonders in Kombination mit einer Affenschaukel wie dem guten alten Wimberley auffällt, illustrieren.

Automatischer Blick in die Sterne ;-)

Weiter nach hinten geht die Platte zwar, aber dann nimmt
sich die Möglichkeit zur Montage eines Blitzhalters

Abhilfe schafft hier der sowieso erstrebenswerte Ersatzfuß von Really Right Stuff, der die Arca-kompatible Platte schon integriert hat und durch seine Konstruktion etwas weniger zum Schwingen neigt. Win-Win-Situation also, wenn man vom Preis absieht ;-)

Immer schön die Balance halten...

Und nochmal im Detail...die Anschaffung lohnt sich IMHO

Dem aufmerksamen Leser dürften die Unterschiede der letzten beiden Fotos im Vergleich zu den beiden Fotos davor nicht entgangen sein und somit wäre "en passant" auch die Frage geklärt, wie ich mich nach dem Test schließlich entschieden habe. Die Hintergedanken meines trotzdem heiß geliebten Fotohändlers sind also aufgegangen ;-)

Der schwarze Deckel unter dem Objektiv im oberen Bild ist übrigens eine tolle Alternative zum allseits "geliebten" Elefantenkondom, das Canon mit allen großen Teles mitliefert, und kommt von Bernd Schlitt aka Jagabua. Leider ist seine Webseite nicht mehr aktiv und ich fürchte, dass die Deckel im Moment nicht mehr zu bekommen sind. Umso mehr freute es mich daher, dass beim 200-400 der gleiche Frontlinsendurchmesser gegeben ist, wie beim 300/2.8 (und auch dem 400/4.0 DO), sodass ich meinen bestehenden Deckel weiterverwenden konnte, denn das Lederteil blieb sogleich im Beauty-Case des Objektivs. BTW, Canon, was macht Ihr mit diesen Beauty-Cases bevor Ihr sie ausliefert. Schon beim neuen 600/4.0 IS II hat es mich letztes Jahr förmlich aus den Latschen gehauen, als ich den Karton geöffnet habe. Der Gestank war – und ich übertreibe hier absolut nicht –  wirklich infernalisch! Beim 200-400 jetzt das selbe, nur nicht ganz so extrem.

Die folgenden Bilder zeigen abschließend noch exemplarisch die Flexibilität eines solchen Zooms und entstanden während meiner gerade zu Ende gegangenen Herbsttour, die mich u.a. in den Bayerischen Wald geführt hat und von der an anderer Stelle noch zu berichten sein wird. Für das folgende Bild hätte ich z.B. weder näher ran noch großartig weiter weg gekonnt und Canon baut meines Wissens nach auch kein 386mm Objektiv. Mit einem 400er hätten also die Ohren gefehlt und das hätte ich der armen Wildkatze nicht antun wollen ;-)

ISO 3200, F4, 1/60s, 386mm aus der Hand
Ja, der IS taugt auch was ;-)

Eben noch ausgezoomt zwei Luchse gleichzeitig im Bild...

...und sogleich mit eingeklapptem Konverter herangezoomt. Ein Traum ;-)

Ok für das folgende Bild hätte es jedes Billigtele aus Colaflaschenglas auch getan ;-) Aber ich hatte halt nur dieses in dem Brennweitenbereich (Bild wurde mit 400mm gemacht) und mit weniger Brennweite hätte ich mich mitten in den Sumpf stellen dürfen anstatt aus dem Trockenen zu fotografieren...

OK, die Bäume im Böhmerwald waren etwas zu schnell für den IS ;-)


Abschließend noch ein paar Worte zum Preis. Dieser ist zugegeben in einer Region angekommen, den nur wenige zu zahlen bereit sind und man stellt sich zurecht die Frage, ob dies auch gerechtfertigt ist. Mangels einem vergleichbaren Objektiv bei der Konkurrenz hat Canon auf jeden Fall erstmal sehr hoch gepokert und lieber etwas mehr als zu wenig für dieses Traumobjektiv angesetzt. Denn Nikon hat zwar wie Anfangs erwähnt ebenfalls ein 200-400/4.0 im Angebot, doch weder ist dies optisch auf dem Niveau des neuen Canon-Zooms noch verfügt es über den zuschaltbaren 1,4er-Konverter. Und das hat jetzt nix mit Lager-Denken zu tun, sondern ist ganz objektiv (pun intended ;-) ) betrachtet so der Fall. Und dies verschafft Canon eben den nötigen Spielraum nach oben.

Über die Verkaufszahlen habe ich bislang sehr gemischte Information vernommen. Die nicht gerade üppige Verfügbarkeit (Einmal mehr richtet sich deshalb auch mein Dank an das Team von Photo Universal, insbesondere Holger Strehlow und Kristian Seidel, die meine Wartezeit sowohl für den Test wie auch bei der Bestellung so maximal minimiert haben) lässt aber eher darauf schließen, dass es durchaus einige Interessenten gibt, die bereit sind den Preis zu bezahlen.

Wie immer gilt, dass nur jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er bereit ist, so tief für "nur" ein Objektiv in die Tasche zugreifen. Fest steht aber auf jeden Fall, dass niemand den Kauf, sobald die Rechnung mal bezahlt ist, in irgendeiner Weise bereuen wird, denn wie schon eingangs erwähnt:
Ein Traum wurde wahr ;-)

P.S.: Weitergehende Fragen oder Infos zum Objektiv gerne per Mail oder über die Kommentare hier...

Samstag, 19. September 2009

Das Ein-Auge vs. Der Farbaffe

Nein, das wird jetzt keine Rezension des neuesten Wuxia-Films, auch wenn ich vor kurzem erst einen wirklich beachtlichen Vertreter dieses Genres zum ersten Mal gesehen habe und ihn jedem, der ein Interesse an besonders beeindruckenden Landschaften und deren fotografischen und filmischen Zelebrierung hegt, nur wärmstens ans Herz legen kann, selbst wenn man der Handlung und den artistischen Einlagen nicht allzu viel abgewinnen kann.

So, jetzt aber genug davon und endlich zum eigentlichen Thema, einem meiner Steckenpferde: Farbmanagement.

Der Fotohändler meines Vertrauens – Photo Universal in Fellbach – hat mir freundlicherweise ein komplettes Eye-One Extreme Set (im Folgenden i1) und einen ColorMunki Photo (CM) zum Testen zur Verfügung gestellt, da es mich brennend interessierte, ob das relativ günstige CM (es kostet weniger als ein viertel des i1 Extrem Paketes) mit seinem bislang einzigartigen Vorgehen und den wenigen Farbfeldern in den Targets dennoch brauchbare Ergebnisse liefert.

Also waren mehrere Tage mit Targets-Drucken, Trocknen, Vermessen, Profilerstellen und noch mehr Drucken, Vergleichen und Analysieren angesagt.

Ein Ausschnitt aus dem Testumfang ;-)

Eines vorweg: Ich will hier keinen der teilweise hervorragenden und zahlreich im Web zu findenden Tests (Beispiel CM, Beispiel i1) der beiden Löungen wiederholen, sondern eher auf den Vergleich der Ergebnisse und die Frage, braucht man es oder braucht man es nicht, eingehen. Auch habe ich das Thema Monitor-Kalibrierung und -Profilierung komplett ausgeklammert, da ich hierfür mit meinem Silver Haze Pro von Quato bestens versorgt bin und mich vor allem Drucker- und Beamer-Profilierung interessierten.

Doch es bevor es richtig losgehen konnte, musste erst noch die aktuellste Version der jeweiligen Software heruntergeladen, was vor allem beim CM aus mehreren Gründen nicht gerade spaßig ist. Erstens kommt das Teil ganz ohne Software, auf der CD ist lediglich ein Verweis auf die Webseite, und das nicht gerade kleine Download-Päckchen (300Mb für Windows, 200MB für Mac) tröpfelt nur sehr langsam auf die heimische Platte. Es war nicht gerade so, dass man die Bytes einzeln mit Handschlag hätte begrüßen können, aber man fühlte sich schon etwas an die gute alte ISDN-Zeit zurück versetzt ;-) Auch bei zwei weiteren Versuchen war die Verbindung nicht gerade berauschend. Das finde ich in Anbetracht der obigen Punkte durchaus verbesserungswürdig...

Die Installation geht dann recht flott und problemlos, zumindest auf dem Mac (PC hab ich nicht getestet), aber da ist man eh nix anderes gewöhnt ;-)

Das Arbeiten mit der Software ging, von ein paar kleineren Ausnahmen abgesehen, doch davon gleich mehr, sehr gut von statten, wenn auch besonders beim CM mehr auf unerfahrene Benutzer Rücksicht genommen werden sollte und ihnen mit mehr Tipps und Hinweisen unter die Arme gegriffen werden könnte, denn genau auf die zielt das Produkt ja schließlich ab.

Zwei Punkte muss ich aber doch kritisieren:
  1. Bei beiden Lösungen stellt die Hardware auch gleichzeitig den Dongle für die Software dar, was man zwar verstehen kann, denn ohne Messgerät macht die Software i.d.R. nicht viel Sinn, aber nicht einmal der Profileditor des i1 lässt sich ohne Messgerät öffnen. Und noch viel schlimmer: Hat man gerade ein zweiseitiges Target mit dem i1 gemessen und will das Tablett und Messgerät beiseite legen und steckt dazu der Einfachheit halber das Messgerät ab, dann war die gesamte Messung für die Katz, denn die Software stellt den Dienst ein und vergisst die Messergebnisse. Auch ein Wiederanstecken hilft da leider nicht :-( Das gilt natürlich für beide Produkte, nur beim i1 ist es störender, weil das Vermessen der Targets wesentlich länger dauert als beim CM.
  2. Beim CM hat man bei der Software leider den Eindruck, dass unbedingt darauf geachtet wurde, dass man dem großen Bruder i1 nicht allzu viel Konkurrenz macht. So lässt sich z.B. der ganze Prozess von 1. Target vermessen, 2. Target dazu generieren, 2. Target drucken, trocknen, 2. Target vermessen und dann Profil generieren an keiner Stelle unterbrechen, was vor allem dann ein Problem ist, wenn man die Targets nicht nur für die empfohlenen, aber von vielen als zu kurz eingeschätzten 15min trocknen lassen will, sondern über Nacht. Der Rechner muss dann die ganze Zeit an sein. Ein Abspeichern des aktuellen Stands und späteres Weiterarbeiten nach dem Trocknen geht leider nicht. Aber wie gesagt, dass ist wohl eher dem Marketing als den Entwicklern anzukreiden.
Das eigentliche Vermessen ist bei beiden Produkten keine große Sache mehr und vor allem kein Vergleich zu den alten Lösungen, bei denen man jedes Feld einzeln ausmessen musste. Das neue Lineal/Tablett des i1 ist eine feine Sache und ein große Verbesserung zum bisherigen Lineal, bei dem man zwar auch eine ganze Zeile auf einmal abfahren konnte, aber durch das Tablett hat man zum einen einen definierten Hintergrund und zum anderen eine gute Führung zum bequemen Abfahren der einzelnen Zeilen.

Das neue i1 Tablett (hier mit "Black Backing", s.u.)

Aber das ist natürlich kein Vergleich zum CM. 5 Zeilen ganz easy von Hand abfahren, schon ist das erste Target vermessen und beim zweites genau das gleiche...das dauert keine 30s pro Target.

Der "Farbaffe" im Einsatz

Im Vergleich dazu sind die 3-4 Minuten pro Target beim i1 schon ne Ewigkeit und man versteht sofort, warum es ein cleverer Zug von x-rite ist, die Werbung für den Messroboter i1iO (Klick auf's Bild lässt den Aufkleber besser erkennen) direkt auf das Lineal zu kleben. Spätestens bei 10. Target haben sie einen rumgekriegt und man bestellt den automatisierten Helfer dazu ;-)

Wer sich fragt, wie sorgsam man beim Messen sein sollte und wie fehleranfällig das Ganze ist, dem kann ich versichern, dass die Software alle von mir mutwillig gemachten Fehler erkannte. Egal ob falsche Zeile, falsche Target Nummer, zu schnelles Abfahren, nicht vollständiges Abfahren, etc., stets quittierte die Software dies mit der Fehleranzeige. Hier bestehte beim CM auch noch ein kleiner Verbesserungspunkt, denn er hat keine akustische Rückmeldung. Man muss also nach jeder gemessenen Zeile den Kopf zum Monitor drehen, um sich zu vergewissern, ob man erfolgreich war. Bei 10 Zeilen pro Profil zwar wirklich zu verschmerzen, aber nach jeder Messung zwei verschieden Töne für Erfolg oder Misserfolg auszugeben hätte den Endpreis des CM sicherlich noch immer im bezahlbaren Bereich belassen...

Lediglich bei einem einzigen der mit dem i1 vermessenen Targets muss es wohl einen Messfehler gegeben haben, denn der Gamutplot (siehe nächstes Bild) des resultierenden Profils zeigte eine Kerbe, die dort eigentlich nicht zu erwarten wäre. Nochmaliges Messen (beim i1 ja gar kein Problem) behob den Fehler natürlich so gleich.

Messfehler bei einem Target

Hier begegnet einem natürlich eine der wichtigsten Regeln im Farbmanagement: Man sollte alle Ergebnisse immer kontrollieren. Und darin sehe ich auch eines der Probleme der ganzen "Do it yourself" Thematik, wenn man es aus Sicht eines reinen Benutzers der Hard- und Software sieht, der sich nicht tiefer mit der Materie beschäftigen will. Aber dazu mehr im Fazit.

Nachdem ich also meine Standard Papiersorten (Ilford Galerie Gold Fibre Silk, Smooth Pearl Paper, Smooth Gloss Paper, Hahnemühle Photo Rag, Monoprint Arles Plus), alle vermessen hatte, ging es nun ans Sichten der Profile und ans Drucken mit den neuen Profilen.

Kleine Anekdote am Rande, wo wir gerade die wunderbare Firma Hahnemühle erwähnen: Ich werde immer wieder gefragt, warum in meinen Lightroom-Druck-Presets, etc. "Hahnemulah" im Namen steht und nicht der richtige Name.

Das kam so: Auf seiner (wie ich finde besten Fotowebseite) Luminous Landscape Seite veröffentlichte Michael Reichmann vor ein paar Jahren einen Test von neuem Hahnemühlepapier und dabei unterlief ihm jener Schreibfehler, der, wenn man sich vorstellt wie ein Amerikaner ... sorry Kanadier ... aber egal ... diesen Firmennamen wohl ausspricht, durchaus nachvollziehbar ist. Ich fand die Schreibweise jedenfalls lustig und verwende sie seither für meine Presets. Im Artikel hat er den Fehler natürlich recht bald korrigiert (wenn auch nur mit u statt einem ü, aber das scheint für Amerikaner/Kanadier eh des öfteren ein Problem), aber wie ich gestern durch Zufall gesehen habe, ist es in der Review-Index Seite noch immer so geschrieben wie zur Veröffentlichung des Artikels. Siehe Screenshot für den ultimativen Beweis:


Nun aber zum entscheidenden Teil des Ganzen, nämlich den erzeugten Profilen. Eines gleich vorweg: Der CM liefert wirklich gute Ergebnisse, wenn man bedenkt, dass er nur so wenige Felder vermisst. Sowohl das Messgerät als auch die Software leisten also gute Arbeit.

Hier mal der Gamutplot am Beispiel des Ilford Smooth Pearl Papers, zwei Ansichten in 3D und eine 2D Projektion.




Rot ist das Profil des CM, das Drahtgitter ist das i1 Profil. Die Abweichungen sind sehr gering und, soviel kann schon vorweg genommen werden, im Druck der von mir ausgewählten Testbilder nicht sichtbar.

Wie sieht es aber mit den von vielen gelobten, von genauso vielen verteufelten generischen Profile der Hersteller aus?

Hier in Grün das Ilford-eigene Profil im Vergleich zum i1 Profil. Die Unterschiede im grün-cyan-blau-Bereich sind hier schon größer. In der Praxis zeigen sich in meinem "Blood of Emeralds" Bild in der mit Ilford-Profil gedruckten Version ganz leichte Tonwertabrisse, im extrem gesättigten Grünbereich des Wassers, die sowohl mit dem i1 als auch mit dem CM-Profil nicht zu sehen sind.

Ein Plot mit den Farben des Originalbildes (Punktwolke)

Es sieht so aus, als ob die beiden letztgenannten Profile die ganzen OutOfGamut-Farben des Bildes einfach sauberer in das Gamut der Drucker/Papier-Kombination überführen als das Ilfordprofil. Ich habe es nur mit perzeptivem Rendering Intent gedruckt, da es so viele OutofGamut-Farben hat, dass aus meiner Sicht nur dieses Sinn macht.
<schamloser werbe-einschub>Sorry wenn sich in der billigen sRGB-Version des Bildes hier im Blog nicht viel gesättigtes Grün finden läßt, aber wer die volle Pracht möchte, muss sich für den käuflichen Print entscheiden ;-) </schamloser werbe-einschub>
Bei einem anderen Problembild kann das Original Ilford-Profil dafür mit einer besseren Schattenzeichnung punkten, die mit dem CM trotz eines auf genau dieses Bild optimierten Profiles nicht zu erreichen war. Das i1 Profil konnte ich mit dem Profil-Editor der i1 Software immerhin zu einem sehr guten Ergebnis bringen, aber das direkt erzeugte i1 Profil war ebenfalls nicht auf dem Niveau des Ilford-Profils und die Drucke nicht von denen des CM-Profils zu unterscheiden. Auch der Tipp von Dieter Bethke, es mal mit Black Backing, also dem Hinterlegen des Targets mit schwarzem Material, brachte keinen Gewinn bei der Schattenzeichnung, dafür war das Papier dann schon zu dick.


Hier das gerade erwähnte Bild, das ich zum Test der Schattenzeichnung verwendet habe. Die Bilder sind aber mehr als optische Zwischenhäppchen zu verstehen, denn verkleinert und fürs Web in sRGB konvertiert dienen sie einfach nicht für mehr.

Auch bei einem weiteren Bild lieferte das Orignal Ilford-Profil den um einen Hauch besseren Print. Die Antwort auf die Frage nach dem besten Profil und ob man nicht einfach nur generische Profile der Hersteller verwenden kann anstatt sich für viel (CM) oder noch viel mehr (i1) Geld ein Messgerät samt Software zu zulegen, kann man aus meiner Sicht wohl nur mit der Standard-Antwort für alle Farbemanagement-Angelegenheiten beantworten:

Es kommt darauf an...

...zum einen auf den Anspruch, zum anderen auf das Bild, das Papier und den Drucker.

Noch eines der zum Testen verwendeten Bilder

Die generischen Profile der von mir getesteten Papiere sind durch die Bank schon sehr gut und zumindest die Drucker vom Epson 3800 an aufwärts wohl mit ausreichend geringer Varianz gefertigt, dass in aller Regel damit auch gehobene Ansprüche befriedigt werden können. In manchen Fällen bedarf es allerdings der Hilfe einer der beiden hier getesteten Lösungen, um das optimale aus einem Druck herauszuholen und hier macht der CM einen wirklich guten Eindruck, vor allem wenn man den Preis und den relativ geringen Aufwand beim Vermessen der Targets mit in Betracht zieht. Man fühlt sich unweigerlich an einen der von Steve Upton zusammengetragenen Farbmanagement-Mythen erinnert: Je mehr Farbfelder im Target umso besser das resultierende Profil...

Und der CM ist der lebende Beweis dafür, dass dieser Mythos in seiner Allgemeingültigkeit auch ein Mythos ist.

Also bleibt für den Bereich Drucker festzuhalten, dass vor allem Besitzer von hochwertigen Druckern, die eine geringe Serienstreuung aufweisen und für die die geläufigsten Papierhersteller generische Profile bereit halten, auch ohne Messhardware schon recht weit kommen.

Aber (ich wiederhole mich, ich weiß): Kunst kennt keine Kompromisse und aus diesem Grund wird man nicht um die Anschaffung wenigstens eines CM herum kommen, wenn man auch höhere Ansprüche zufrieden stellen möchte. Alternativ kann man natürlich auch einen Profilerstellungsservice (zum Beispiel diesen ... nein, ich bekomme keine Vermittlungsprovision) in Betracht ziehen, was sich vor allem dann lohnt, wenn man nur wenige Papiersorten im Einsatz hat.

Nicht immer nur Katzen ;-)

Bliebe noch das Thema Beamer zu erwähnen. Hier glänzt beim Thema Software und Handhabung vor allem das i1. Im Unterschied zum CM, der maximal im Abstand der Leinwanddiagonale von der Leinwand platziert werden darf, ist das i1 vom Messwinkel so klein, dass man es einfach auf dem Beamer platzieren kann und es dadurch nie im Weg, sprich im Projektionsstrahl des Beamers, steht. Letzteres passiert mit dem CM zwangsläufig, da die Software einen dazu zwingt, den CM recht nah und mittig an der Leinwand zu platzieren, bis sie ihr OK für die eigentlich Profilierung gibt. Dieser Vorab-Check ist natürlich sehr wichtig, weil man sonst keinerlei Möglichkeit zur Überprüfung hat, ob das Messgerät die Leinwand überhaupt korrekt erfasst. Dieser Check ist bei i1 vorbildlich gelöst und das mitgelieferte, versstellbare Stativ (siehe Bild) für den Messkopf macht die ganze Aktion zur problemlosen Angelegenheit, während man beim CM schon improvisieren muss und sich selbst um einen geeigneten Untersatz kümmern muss.

Messkopf und Stativ des i1

Die Einstellungen in der Software beschränken sich auf Gamma und Weißpunkt und man tut gut daran, den nativen Weißpunkt des Beamers zu belassen. Was bei guten TFT-Monitoren mittlerweile kein Thema mehr ist, gilt für Beamer eben noch nicht und die Anpassung des WP über den Beamer an z.B. die üblichen 6.500K führt zu schlechteren Ergebnissen in Form von Tonwertabrissen in feinen Verläufen.

Belässt man es beim Nativen WP, belohnen einen beide Messgeräte mit sehr guten Profilen, welche die Farbdarstellung auf meinem SX-50 deutlich verbessert haben.

Canon SX-50: Einmal mit i1, einmal mit CM gemessen

Betrachtet man sich die Profile, fällt auf, dass sich die Gamutplots wie Zwilling ähneln aber um einen (nahezu) konstanten Wert zu einander verschoben sind. Verifizieren läßt sich das ganze zwar besser in 3d direkt in Colorthink, aber um es hier zu veranschaulichen dürfte der folgende 2d Plot geeigneter sein.

Das CM-Profil ist das mit dem "Wurmfortsatz" im blauen Eck

Erklären kann ich das nur damit, dass der CM vermutlich mehr vom reflektierten Licht misst und es dadurch zu einer Verschiebung des Weißpunktes kommt. Ich werde das noch weiterverfolgen, kann aber schon so sagen, dass das i1 Profil wohl das korrektere von beiden ist. Wenn man aber keinen direkten Vergleich hat, liefert auch das CM-Profil schon sehr stimmige Farben und beide stellen wie gesagt eine große Verbesserung zur Projektion ohne Profil dar.

Abschließend mein Fazit: You get what you pay for! Aber der CM ist sein Geld auf alle Fälle Wert und Leistungsunterschied zwischen beiden Lösungen ist deutlich geringer als der Unterschied im Preis. Umso verständlicher dass x-rite die Software des CM in einigen Punkten eingeschränkt hält, um den Markt des großen Bruders nicht unnötig zu kannibalisieren ;-)