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Sonntag, 26. Oktober 2008

Sonntag, 19.10.2008

Heute ist der Urlaub eigentlich schon fast vorbei, denn es verbleiben nur noch 1,5 Tage in Las Vegas und der Rückflug, und beides kann man nicht wirklich mehr als Urlaub bezeichnen ;-)

Aber erstmal wurde gemütlich gefrühstückt (an Fotografie war heute nicht zu denken, da es sehr bewölkt war und ich sehr schlecht geschlafen hatte weshalb ich bei dem Himmel lieber liegen blieb) und anschließend die Isomatten zusammengerollt sowie die Schlafsäcke wieder in die Hüllen verpackt. Bislang hatten wir die Isomatten nur in der Mitte zusammengeklappt und zusammen mit den Schlafsäcken auf der dritten Sitzreihe in unserem Wundermobil transportiert. Das ist nicht nur praktisch und besser für die Schlafsäcke, wenn sie nicht ständig zusammengepresst sind, sondern auch Teil unserer seit langem bewährten (hoffentlich) Antidiebstahl-Strategie. Denn zusammen mit den hier üblichen stark getönten Scheiben und den ganzen Jacken, etc. auf der zweiten Sitzbank (darunter natürlich Fotorucksäcke und Laptoptasche versteckt) sieht das Ganze schon recht unordentlich und chaotisch aus, sodass wir uns bislang einbilden, dass dadurch keiner auf die Idee kommen könnte, dass es hier etwas zu holen gäbe.

Eigentlich bin ich ja als recht pedantisch und ordentlich verschriehen, aber wir hoffen, dass die Taktik wirklich funktioniert und somit nehme ich das Chaos eben in Kauf ;-) Trotzdem lassen wir das Auto im vollbepackten Zustand nur selten irgendwo alleine stehen. Zur Not kommt der Fotorucksack eben mit...

Als das Zelt komplett leer geräumt ist und damit die Reisetaschen wieder gut gefüllt sind, wird noch fix das Zelt abgebrochen und zusammengepackt. Komisch, bislang haben wir es nie wieder so klein zusammenbekommen, dass es in der ursprünglichen Form wieder in die zugehörige Tasche gepasst hätte (wir hatten uns aber auch nie wirklich bemüht, da die Aussenhaut meistens noch recht nass war und wir sie deshalb eh lieber extra transportiert haben). Aber heute, wo es eh egal war, da wir das Zelt sowieso dem Ranger, der den Campground betreut, schenken wollen, kriegen wir es perfekt wieder zusammengepackt und verstaut. Der Ranger freut sich, denn er meint er sammelt gern die Sachen, die die Camper nicht mehr mitnehmen wollen und er hatte auch schon den Fall, dass jemand sein Zelt vergessen hatte und jetzt hätte er eins zum Aushelfen.

Achtung, Dominique und alle anderen "Spinnenfans":
An den nächsten beiden Abschnitten und Bildern bitte zügig vorbeiscrollen!


Auf der Fahrt aus dem Park sehen wir plötzlich ein größeres schwarzes Etwas auf der Straße, denken uns aber erst nix dabei. Das zweite größere Etwas direkt am Straßenrand läuft aber recht flott durch die Gegend, so dass wir anhalten und das Etwas entpuppt sich als recht große Spinne. Sie war wirklich sehr zügig unterwegs und lies sich durch absolut nichts aufhalten. Da ich kein Spinnenexperte bin, tippe ich einfach mal darauf, dass es eine Vogelspinne war und hoffe ganz stark auf Volker K. aus O., dass er mir bei der Bestimmung helfen kann und mich darüber aufklärt.

EDIT 08.11.2008:
Hallo Harald,
ich habe mir das Spinnenbild auf deiner Seite angeschaut, es handelt sich tatsächlich um eine männliche Vogelspinne. Die Spinne gehört zu der Gattung: Aphonopelma ( lat.: aphono - leise,lautlos, griech.: pelma - die Sohle ) Um welche Art es sich genau handelt, kann ich dir leider nicht sagen. Es gibt etwa 95 beschriebene Arten. Vogelspinnen der Gattung Aphonopelma sind in der Regel Bodenspinnen die tiefe Gangsysteme in steinig-sandiges Gelände graben. Ihre Verbreitungsgebiete: südl. USA, Mexiko und Mittelamerika ( Cost Rica ). Das Männchen war bestimmt auf Paarungssuche....

Viele Grüße,
Volker

Ich sage Danke!

Einmal von oben...

...und einmal in Special-Sonja-Tonung von vorn.

Die Spinne blieb wirklich keine Sekunde auf der Stelle stehen und auch als ich ihr meinen Fuß in den Weg stellte, kümmerte sie das nicht im geringsten und sie machte ohne anzuhalten einen Bogen darum. Die Spinne muss irgendetwas wichtiges vorgehabt haben....nur was? Bis zum Apple-Store in Vegas ist es selbst für 8 fleissige Beine ein weiter Weg zu Fuß...

Egal, wir hatten ja unseren geliebten Toyota, so dass wir nach kurzer Pinkelpause schon bald in Vegas ankamen. Wobei mir zum ersten Mal ein Phänomen bewusst wurde, dass ich die anderen Male so nicht registriert hatte. Als wir auf der Autobahn auf Amerikas am schnellsten wachsende Stadt zu fuhren und schon die Hotels des berühmten "Las Vegas Blvd" sehen konnten, dachte ich wir wären dann ja wohl gleich da. Nur das Schild am Straßenrand sagte etwas von 11 Meilen!? Zuerst dachte ich, es läge an der Luft, das es so nah schien, aber am Abend kam mir dann eine Theorie woran es wirklich liegen könnte, dazu aber später mehr.

In Vegas angekommen machten wir erst mal einen Walmart unsicher, denn unsere Wasservorräte waren schon auf einem sehr niedrigen Stand und auch etwas Obst, etc. würden wir die letzten beiden Tage gerne noch in Reserve haben.

Anschließend stürzten wir uns in den Kern dieser Wahnsinnsstadt und fuhren zu unserem Hotel, dem Sahara am nördlichen Ende des Strip. Beim Einchecken hatten wir Glück denn die Schlange war noch relativ kurz und schon bald konnten wir unser Zimmer in Empfang nehmen. Auf den ersten Blick sah es ja nicht schlecht aus, auf den zweiten sah man allerdings, dass es wie der größte Teil des restlichen Hotel dringend mal renoviert gehört. Es ist eine Sache, seine 50-jähriges Jubiläum zu feiern, man muss es dem Hotel ja aber nicht an allen Ecken und Enden anmerken...

wir genehmigten uns ein leckeres Turkeybreast Sandwich aus Zutaten, die wir zuvor bei Walmart mitgenommen hatten un machten es uns erstmal gemütlich. Am liebsten wäre ich ja sofort gen "Fashion Show Mall" (eingeweihte wissen, welcher Store sich dort befindet), aber ich hatte Sonja versprochen, dass ich mit ihr an den Pool kommen würde. Also schlüpften wir in unsere Schwimmklamotten und machten uns auf zum wirklichen schönen Pool des Sahara. Als ich beim Umziehen barfuß durch unser Zimmer lief, dachte ich plötzlich: "Was klebt denn da zwischen meiner Fußsohle und dem Teppichboden?" Oh, da hat wohl jemand seinen Kaugummi verloren...wie lecker. Bei genauem Hinsehen entdeckt ich einen Meter weiter noch einen. Super! Wenn wir uns jetzt beschweren, dürfen wir mit dem ganzen Gepäck umziehen und da das Hotel ziemlich ausgebucht war, hätte das wohl eine Odyssey durch's halbe Hotel bedeutet. Darauf hatten wir beide keine Lust, sodass wir beschlossen, es erst beim Auschecken zu bemängeln...

Also machten wir uns auf in den Pool um es uns gemütlich zu machen. Das Wasser war schön warm, die Luft sowieso und es gab auch jede Menge zu sehen (und zu Lästern ;-).

Anschließend machten wir uns noch etwas frisch und dann auf den Weg noch tiefer in den Vegas'schen Wahnsinn, nämlich den Strip und damit Richtung "Fashion Show Mall". Wir waren schon eine Weile gelaufen, als wir das Hotel, welches auf gleicher Höhe liegt schon sehr nah vor uns sahen und dachten, dass wir folglich gleich da wären. Doch der Weg zog sich und zog sich, so dass ich mich wieder an das Erlebnis auf der Autobahn erinnerte. Meine Theorie zu Erklärung dieses Effektes ist eigentlich ganz simpel. In Las Vegas ist alles so super riesig und unsere Gehirne sind daran einfach nicht gewohnt, sodass sie die Verhältnisse total durcheinander bringen und deshalb alles so nah erscheint. Falls unter den geschätzten Lesern ein Wahrnehmungspsychologe ist, würde mich natürlich brennend interessieren, ob ich damit richtig liege...

Nichtsdestotrotz kamen wir natürlich irgendwann dort an und ich wähnte mich am Ziel. Doch da zeigte sich mal wieder, wie fern mir/uns diese Las Vegas Welt doch ist, denn die Mall hat nicht die lächerlichen Dimensionen wie wir Hinterwäldler sie von unserem "neckarcenter" gewohnt sind, sondern ist ein klein bisschen größer ;-) Nach einer weiteren Odyssey und mehrmaligem fragen, standen wir dann endlich vor dem Apple-Store.

Doch was soll ich sagen? Was für eine Enttäuschung! Ich hatte die ganze Zeit das Bild des Apple Stores in Los Angelos, den wir dort bei unserer ersten USA-Reise mit offenen Mündern bestaunt hatten, im Kopf oder das des Apple Flagship Stores in New York und ging stillschweigend davon aus, dass hier im großen Las Vegas mindestens was so cooles zu besuchen wäre. Und jetzt? Das ganze wäre wohl besser als ipod Store beworben...

Naja, wenigstens hatten sie schon die neuen Macbooks und MacbookPros zum anschauen. Nicht dass ich das lange ausgehalten hätte, denn das muss ich hier jetzt leider in aller Deutlich- und Öffentlichkeit sagen: Ich finde sie supergrässlich und eine Beleidigung für meine Augen! Hatte die Designabteilung von Apple geschlossen Urlaub und stattdessen mussten sie jemand von Dell HP oder Sony zur Aushilfe ausleihen?

Und es wird sie nur mit verspiegeltem Display geben...Hallooooo, Apple! Müssen sich jetzt alle Fotografen, die bislang glücklich mit den MBPs und deren brillianten Displays waren, ständig beim Arbeiten selber betrachten? Die meisten Fotografen sehen sich selber nicht wirklich gern auf dem Bildschirm...und das neue Cinema-Display kommt gleich genauso daher. OK, zum Filme gucken ist so ein Display genial und wenn man einfach das Licht aus läßt, spiegelt sich auch nix, aber wär will/kann schon ständig im dunkeln sitzen. Aber die Masse will eben solche Displays oder bekommt es zumindest kräftig eingeredet, dass sie das zu wollen hat...

Genug geschimpft. Ist natürlich auch nur meine ganze bescheidene Meinung und wenn jemand sagt, dass er die neuen Macbooks genial findet, dann kann ich da auch nix schlimmes dran finden. Es ist schlicht und einfach Geschmackssache und da sollte man nicht drüber streiten, denn es gibt da weder besser noch schlechter. Nur bislang hat Apple mit allem was sie gemacht haben, seitdem sie ihren Vertrag mit Tupperware gekündigt und diese komischen Lampen-iMacs eingestellt haben, voll meinen Geschmack getroffen und ich dachte halt, das geht so weiter ;-)

Aber gut, mein MBP (das letzte Schöne) hab' ich ja schon und den Mac Pro haben sie dieses Mal ja noch verschont, so dass ich jetzt nicht noch einen Panikkauf tätigen muss, bevor wir wieder in good old Germany sind und ich den Händler meines Vertrauens anrufen kann: Photo Universal

Also verließen wir den Apple Store (recht ernüchtert) wieder und machten dafür eine Menge anderer Geschäfte im Umkreis unsicher. Als wir von aussen sahen, dass einer der schicken Fashion Shops Schuhe von Christian Louboutin führte, mussten Sonja natürlich unbedingt hinein.

Jetzt waren wir allerdings nicht gerade passend dafür gekleidet, wir hatten natürlich nur Outdoor-Klamotten dabei, und wurden selbstredend gleich etwas schief angeschaut. Davon ließen wir uns aber nicht beeindrucken und sahen uns fleissig um. Ein paar, das Sonja besonders gefiel, musste natürlich gleich umgedreht werden um nach dem Preis zu schauen. O.K. 770,- Dollar, das geht ja gerade noch (Nein, Sonja kauft sich nie solche Schuhe, das war alles rein hypothetisch und schlicht weg nur Neugier), doch da entdeckte ich, das der unscheinbare Krickel-Krackel davor wohl doch noch eine Eins war...und die Entscheidung: Mac oder EIN Paar Schuhe fiel mir nicht wirklich schwer ;-)

Weiterging's durch den Wahnsinn und zum Treasure Island, wo wir uns die berühmte Piratenshow ansehen wollten. Doch da sich bereits 45 Minuten vor Beginn eine riesige Menschenmenge davor versammelt hatte, beschlossen wir doch lieber weiter zu gehen und uns nicht eine dreiviertel Stunde lang die Beine in den Bauch zu stehen. Also schlenderten wir noch eine Weile herum und staunten über eine abgedrehte Verrücktheit nach der anderen, bis wir langsam Hunger bekamen und uns zurück zum Sahara aufmachten, wo wir uns das Dinner-Buffet zu Abend gönnen wollten. Als wir rauskriegten, dass es für Mitglieder des Club-Sahara eine Ermässigung von 7,- Dollar pro Person gibt, traten wir ohne zu Zögern diesem Spielerclub bei, denn die Mitgliedschaft kostet nix und so waren schnell 14,- Dollar verdient...man ist ja schließlich Schwabe ;-)

Das Essen war ganz OK, vor allem gab es jede Menge Gemüse und auch sonst viel Leckeres, sodass wir gut gefüllt ins Zimmer zurück kamen. Da es in Las Vegas kein kostenloses WLAN gibt und man im Sahara pro 24 Stunden dafür bezahlt, war jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen, die 24 Stunden zu beginnen, um möglichst viel davon nutzen zu können. Habe ich schon erähnt, dass ich Schwabe bin?

Also begann ich noch bis spät in die Nacht damit, meinen BLOG-Rückstand aufzuholen und uns auch nachrichtentechnisch wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Irgendwann werden aber auch fleissige Schwaben müde, so dass ich Sonja ins Bett folgte und genüsslich einschlief...

Für den Fall, dass sich jemand über den heutigen Bildermangel beschwert (vor allem die Arachnophobiker): Ein paar Eindrücke von Vegas kommen morgen, stattdessen hier noch ein paar Bilder vom Anfang der Reise...

Meister Petz macht's sich gemütlich

Die Neugier ist geweckt

Der Fotograf wird lästig...

Kids! Don't try this at home!

Adrenalin-Pano aus 7 Einzelbildern...

Eines meiner persönlichen Highlights...

Spielende Rotluchsbabys

Lynx rufus im Gegenlicht


Morgen mehr...dann hoffentlich schon vom neuen MAC...Hallo Herr Seidel ;-)

Samstag, 18.10.2008

Pünktlich kurz vor Sonnenaufgang wachte ich auf und machte mich auf zum (von mir so getauften) Bridal Arch. Eigentlich hat er keinen offiziellen Namen, aber seitdem ich mitbekommen habe, dass Hochzeitspaare aus dem nicht all zu weit entfernten Las Vegas sich gerne unter diesem Arch fotografieren lassen, habe ich ihm eben diesen Namen gegeben.

Die Sonne geht heute glutrot auf, das schreit natürlich nach einem Gegenlichtmotiv und da kommt der Arch gerade richtig.

Deshalb heißt es "Valley of Fire"

Leider ist das Morgenrot auch sehr schnell wieder vorbei, so dass jetzt die andere Seite des Arches mit Auflicht an der Reihe ist. Das Auflicht läßt aber noch etwas auf sich warten und auch der Himmel gibt nicht wirklich viel her, so dass ich mich entschließe lieber etwas anderes für den Hintergrund zu suchen.

Auch deshalb heißt es "Valley of Fire"

Kurzzeitig spielt der Himmel etwas mit

Da das Licht viel später auf den Arch trifft, als ich gehofft hatte und der Himmel gleich wieder in Richtung grau abdriftet, muss eben ausnahmsweise die Straße als Motiv herhalten ;-)

Variation A

Variation B

Variation C (und mein Favorit)

Nach diesem kleinen (diesmal gewollten, siehe gestern) Ausflug in die Asphaltfotografie pilger ich zurück zum Zelt und schmeiss erstmal Sonja aus dem Schlafsack. Komisch, jetzt wo es wieder die ganze Nacht kuschlig warm im Schlafsack (eher sogar zu warm, wenn ihr mich fragt) ist, steht sie morgens nicht mehr freiwillig mit mir auf ;-)

Zum Frühstück gibt's leckeren SPAM (gemeint ist das und nicht das, wir hatten hier natürlich kein Internet ;-) und Bagels vom Vortag, die dafür noch erstaunlich O.K. sind. Dazu noch eine kleine Dose der von uns so geliebten Beanee Weenees und Sonja rächt sich für das aufwecken, indem sie erstmal alle Würstchen aus der Dose klaut, sodass für mich nur noch die "Baked Beans" bleiben. Doch da kommt mir eine geniale Idee, wie ich meinen schon ein klein wenig trockenen Bagel noch aufpeppen könnte und ich bestreiche meine Schicht SPAM mit den Baked Beans. Da das noch nicht abgefahren genug ist, gibt's oben drauf noch drei große Tortilla Chips (die ungewürzten, leicht gesalzten).

Ja, ja, ich weiss: Herr F. L. aus E. würde jetzt sagen aus Dir wird nie ein Feinschmecker. Stimmt, da nützt es nichtmal was, dass ich einen Gourmetkoch als Vater habe. Egal, mir schmeckt das ganze wirklich gut und Sonja sitzt daneben und grinst sich eins...

Danach ist erstmal Faulenzen angesagt (OK zuvor wurden erstmal Teller und Besteck gespült, Zähne geputzt, etc. nur falls sich wieder jemand beschwert, wenn ich das nicht erwähne ;-)

Da es im Zelt schon bald recht warm wurde, hier mal ein Blick aus unserem Schlafgemach, holte ich meine Isomatte raus und legte mich in den Schatten zum Lesen, während es sich Sonja mit ihrem Roman auf der Bank bequem machte. Bald bekamen wir Besuch von einem Squirrel (zu deutsch Hörnchen) und da ich gerade sowieso in einem Bestimmungsbuch für nordamerikanische Säugetiere las, (Die Mac World Zeitschrift hatte ich zun diesem Zeitpunkt schon durch) war es auch so gleich als "White-tailed Antelope Squirrel" entlarvt. Der Schwanz ist übrigens nur auf der Unterseite weiß, auch wenn der Name das vielleicht anders suggeriert, die Oberseite ist wie man sieht schwarz. Natürlich griff ich gleich zur Kamera und legte mich auf die lauer, denn es würde uns bestimmt noch öfters besuchen kommen. Für ein gutes Foto musste es nur einfach in den schattigen Bereich der Felsen hüpfen, dann wäre ich schon zu frieden. So lag ich also auf meiner Isomatte auf dem faulen Bauch, ein Buch als Bodenstativ umfunktioniert, das andere in der Hand zum Lesen und wartete auf das Squirrel.

Ja liebe Leser: Das ist also die Wahrheit über die angeblich so harte und geduldstrapazierende Tierfotografie ;-)

Allerdings ließ sich der kleine Kerl reichlich Zeit, bis er wieder auftauchte und nochmehr, bis er endlich aus dem harten Sonnenlicht dorthin hüpfte, wo ich ihn haben wollte. Jetzt musste er nur endlich auch mal stehen bleiben und in eine gescheite Richtung schauen, natürlich in der richtigen Entfernung, denn ich war natürlich mit einer Festbrennweite bewaffnet. Und bitte schön auch den Schwanz noch etwas heben und die Hände nicht so lässig hängen lassen., sonst sieht das alles nicht sehr ansprechend aus...und das ist der andere Teil der Tierfotografie, auf den man meist recht wenig Einfluss hat ;-)

Unser Zeltnachbar

Als der Nachmittag weiter vorangeschritten war, erkundeten wir noch etwas den Park und machten bei den Beehives und am Visitorcenter halt, das allerdings schon geschlossen hatte.

Die "Bienenstöcke" im Valley of Fire

Leider war der Himmel zum Sonnenuntergang in die interessanteren Richtungen nicht so prickelnd, sodass ich mich an einem weiteren Panorama versuche, auf dem man schön sieht, wie sich hier im Valley die Felsen mit der Hügellandschaft nahtlos ablösen...

Breit werden sie von alleine
(Zitat von Klaus Schräder, meinem Panoramalehrer)

Als die Sonne bereits hinter den Hügeln verschwunden war, entdeckten wir auf dem Weg zum Zeltplatz einen Greifvogel auf einem Felsen sitzend. Den durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, nachdem ich am Mittag bereits eines der Lieblingsbeutetiere der Greife hier fotografiert hatte. Wiedermal musste das 300er mit beiden Konvertern bestückt werden und wiedermal vermisste ich das 500er daheim, denn der Greifvogel war schon sehr weit weg.

So sah das ganze zu Beginn im Sucher aus, trotz 840mm :-(

Aber das schöne an den USA ist ja u.a., dass die meisten Tiere dort nicht annähernd so scheu wie bei uns in Europa sind und so konnte ich mich im Verlauf der nächsten halben Stunde langsam immer näher an ihn heran wagen, ohne dass er sich im geringsten gestört fühlte. Leider wurde es natürlich immer dunkler, so dass ich bei den folgenden beiden Bildern bereits bei ISO 1600 und 1/100s angekommen war, und das bei Offenblende. Jeder, der schonmal mit Konvertern fotografiert hat weiss natürlich, dass schon bei einem einzelnen Konverter das Abblenden um eine Blende wahre Wunder für die Bildqulität bringt, bei zweien blendet man tunlichst noch weiter ab, aber das war hier schon lange nicht mehr drin. Aber egal, man ist ja auch ein bissel Jäger und Sammler und ich hatte wieder eine Tierart mehr auf den Chip "gebrannt", auch wenn es sich bei diesem Red-tailed Hawk (Rotschwanzbussard) um eine der verbreitetsten Greifvogelarten in Nordamerika (ähnlich wie unser Mäusebussard, welcher der selben Gattung angehört) handelt. Und für die Umstände sind die Bilder noch ganz OK geworden.

Der rote Schwanz ist schön zu erkennen

Wahrscheinlich hat er mit seinen scharfen Augen entdeckt, dass ich mit zwei Konvertern und Offenblende, max. ISO-Zahl und einer lächerlichen 1/100s auf ihn anlegte und fasste sich deshalb entsetzt an den Kopf...

Bald wurde es noch finsterer und ich stoppte den Wahnsinn ;-) zumal wir mittlerweile auch hungrig waren. Also ging's zurück zum Zelt und wir vertilgten unsere restlichen Vorräte, bis auf einen kleinen Rest für's morgige Frühstück. Danach nutzten wir die Restenergie in unseren Stirnlampen noch zum Lesen und schliefen mit Gedanken an unsere morgige Ankunft in der Stadt des kommerzialisierten und perfektionierten Wahnsinns ein...

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Freitag, 17.10.2008

Heute steht vor allem eins auf dem Programm: Autofahren. Wir haben ja schon früher beschlossen, die Racetracks im Death Valley nicht zu besuchen, da wir dafür nicht mehr genug Vertrauen in das Auto haben und die beste Jahreszeit für diesen gigantischen Ort eigentlich ja eh der Winter ist. Wer sich fragt, was denn die Racetracks sind und warum ich da unbedingt hin will, dem möchte ich gerne eines der genialen Bilder von Michael Fatali nahe legen: Spirit Stones

Zumindest für diejenigen Leser, die selbst fotografieren oder ein Interesse an schönen Fotos haben, ist damit wohl kein weiteres Wort der Erklärung mehr nötig und damit ganz klar, dass ich da sobald wie möglich trotzdem hin muss ;-)

Stattdessen beschlossen wir ins Valley of Fire in Nevada zu fahren, wo wir uns auf ein paar einsame Tage und Nächte freuten. Da die Strecke allerdings nicht so super weit zu fahren ist, ließen wir den Tag erstmal ruhig angehen mit einem ausgiebigen Frühstück, welches hier im Hotel sehr lecker war und durch die nette Tischgesellschaft noch verstärkt wurde. Anschließend nutzte ich noch die maximale Checkout-Zeit zum Bloggen, was ich anschließend allerdings noch in der Lobby fortsetzen musste, da ich wieder mal mehr schrieb, als ich eigentlich zu erst geplant hatte. Aber es war halt so ereignisreich...

Natürlich musste auch noch etwas eingekauft werden, denn im Valley of Fire gibt es keinerlei Versorgung und wir wollten dort ja nicht hungern. Da der Supermarkt in Kanab leider nicht so gut sortiert war, wie wir bislang sonst gewohnt waren, brauchte ich dafür doch etwas länger (Sonja bewachte mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehend unser vollbeladenes Auto; nein nicht schlafend sondern lesend ;-) und als alles beisammen war, war es schon fast Zeit zum Mittagessen.

Wir beschlossen den Drivethru der örtlichen goldenen Bögen aufzusuchen und einen 1/4-Pounder für Sonja und ne Portion Fries für mich mitzunehmen. Leider verstand der gute Mann am Schalter durch die Sprechanlage Sprite anstatt der Fries und als wir dann an der Ausgabe parkten und er mir die Sprite reinreichen wollte, machte ich ihn natürlich gleich auf das Missverständnis aufmerksam. Da wir schon gezahlt hatten kam er dadurch gehörig ins schleudern. Er packte noch schnell eine Packung Fries in eine Tüte und gab uns die zwei Tüten raus. In unserer maßlosen Naivität glaubten wir natürlich, dass Sonjas Burger in der einen Tüte und meine Pommes in der anderen Tüte wären und fuhren los. Nach der ersten Kurve fiel Sonja ein, dass wir vergessen hatten, ihn um Ketchup zu bitten (ist dort kostenlos) und sie schaute in die Tüte, ob er vielleicht eh welches reingelegt hatte. Dabei stellte sie fest, dass in jeder Tüte ein Burger und eine Portion Pommes steckten. So ein Pech aber auch. So viel wollten wir doch gar nicht haben...naja, zum Umkehren hatten wir eigentlich gar keine Zeit mehr und wegwerfen kann man das Essen auch nicht, das wäre ja selbst bei McD-Fraß eine Sünde ;-)

Mit vollem Bauch schlugen wir also die Straße gen Norden und genossen die gigantische Landschaft des Colorado Plateaus. Wer noch nie dort war kann es vielleicht nicht nachvollziehen, aber für mich ist es einer der wenigen Stellen auf der Erde, an den ich mir vorstellen könnte von meinem geliebten Esslingen wegziehen...

Bald erreichten wir die Einfahrt zum Zion NP, wo wir uns auch überlegt hatten, Station zu machen. Aber erstens waren wir dort schon zweimal (nicht dass es sich nicht noch weitere 100mal lohnen würde) und zweitens ist er zu dieser Jahreszeit ziemlich überlaufen. Da glaubten wir im Valley of Fire schon viel mehr Ruhe zu finden...

Aber erstmal genossen wir die Fahrt durch den Park bis zum Südausgang. Fotos gibt es davon keine, denn in diesem Licht zu Fotografieren wäre fast schon ein Frevel gegenüber diesem traumhaften Park, und ich hatte mich ja schon vor zwei Tagen an den Rimrocks vergangen. Das musste reichen. Da hielten wir lieber am Visitorcenter und besuchten die neue Galerie des oben bereits erwähnten Michael Fatali, ohne Zweifel einer der besten Fotografen des Colorado Plateaus. Ich kann nur jedem, der an Landschaftsfotografie interessiert ist, ans Herz legen seine Galerie zu besuchen. Zwar war ich von der neuen Galerie als solchen schon etwas enttäuscht, da sie IMHO super protzig und übertrieben selbstdarstellerisch gestaltet ist, aber Klappern gehört hier in USA mehr denn je zum Handwerk und vielleicht können deshalb Leute wie er überhaupt von der Fotografie (und sicher nicht schlecht) leben, aber mein Geschmack ist es in dieser Form leider nicht. Dies alles tut aber der gigantischen Qualität (technisch wie künstlerisch) seiner gezeigten Fotos überhaupt keinen Abbruch. Man muss diese meist im Format 8x20" fotografierten großformatigen Cybachromprints einfach gesehen haben. Auch die von ihm jetzt bei allen Werken verwendete Rahmungstechnik war sehr faszinierend und ich bin schon auf der Suche nach Bilderrahmen, die es erlauben so etwas auch mal zu versuchen...

Auf jeden Fall war es wieder Mal in jeder Beziehung sehr inspirierend zu sehen, was alles möglich ist und ich gebe unumwunden zu, dass ich ihn alleine um seinen Wohnort (nämlich hier in Springdale) schon sehr beneide...

Lediglich sein wirklich breitgetretenes "Only Gods own Light, no Filters or Photoshop" oder so ähnlich (Ein Schild damit hängt fast unter jedem zweiten Bild) geht mir langsam etwas auf die Nerven. Es war nämlich genau jener Miachael Fatali, der neben Utah' Wahrzeichen, dem Delicate Arch, ein großen Feuer (in einer Stahlwanne) abbrannte um ein besonderes Licht auf den Arch zu "zaubern". OK, Feuer ist sicherlich auch unter God's own Light zu verbuchen ;-) aber leider hat er den Arch dabei etwas angekokelt und wurde anschließend auch kräftig dafür bestraft. Soll er doch einfach zugeben, dass er diese Methode einsetzt, dass würde auch die manchmal schon sehr unwirklichen Lichtstimmungen auf manchen seiner Bilder erklären, bei denen man sich fragt, warum das Licht denn hier aus zwei Richtungen zu kommen scheint.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin der Meinung, dass er einer der genialsten Landschaftsfotografen in einer der genialsten Gegenden der Welt ist und gönne ihm seinen Erfolg von ganzem Herzen. Lediglich das Scheinheilige finde ich nicht O.K., zumal er es nicht nötig hätte, denn seine Bilder sind trotzdem super genial und sein Auge und sein Sehweise sind es, die diese genialen Bilder erst möglich machen. Dass er hier und da mit etwas Feuer nachhilft tut dem Ganzen eigentlich gar keinen Abbruch...

Aber genug geschwärmt und geschimpft, jetzt geht's schnell weiter und nach ein paar weiteren Stunden eher langweiligen Fahrt erreichen wir den Eingang zum Valley of Fire, wo wir brav unsere 12 Dollar Eintritt in ein Kuvert stecken und in den dafür vorgesehenen Briefschlitz werfen. Danach Fahren wir direkt zu den beiden neben einander liegenden Camping plätzen, doch bevor wir sie richtig erreicht haben, sehen wir schon das Schild "Campgrounds full". Shit!
O.K., es ist Wochenende, aber das ist doch hier eigentlich alles super einsam!? Jetzt ist guter Rat teuer, denn die einzige nähergelegene Möglichkeit zum Zelten, die wir hier kennen, wäre am Lake Mead, und da wird es sicher nicht ruhiger und leerer sein...

Wir beschließen, den ersten Campground mal abzufahren, vielleicht können wir ja wieder bei jemand anderem mit unterkommen. Allerdings sind die Plätze hier deutlich kleiner als im Canyonlands N.P. und es gibt pro Zeltplatz auch nur eine definierte Stelle für ein Zelt. Alles andere ist zu steinig für Heringe oder Zeltnägel. Leider ist der Platz wirklich komplett voll und wir wollen auch niemand für zwei Tage so dicht neben uns haben bzw. niemanden in die Verlegenheit bringen und ihm so nah auf die Pelle rücken. Was also tun? Auf einem der Parkplätze der Picnic-Areas illegal übernachten? Keine Gute Idee, denn wenn hier so viele Menschen sind, dann sind auch mehr Ranger unterwegs und mit denen ist manchmal nicht gut Kirschen essen...

Also wir schon fast soweit sind und zum Lake Mead weiterfahren wollen, schlage ich Sonja vor, vielleicht trotzdem nochmal auf dem anderen Campground, der ca. 500m entfernt ist, zunfahren.
Da wir gerade auch austreten müssen, fahren. Und siehe da, schon der zweite Platz ist offensichtlich nicht besetzt. Ich frage schnell die Familie auf Platz Nr. 1, da wir unser Glück eigentlich nicht glauben können und erhalte als Antwort: "Yes, it's not taken, but I've heared the neighbours are quite terrible!" Naja, eigentlich sieht die Dame ja recht süss aus und wir sind froh den letzen freien Platz im ganzen Park erwischt zu haben, sodass wir uns von den schrecklichen Nachbarn nicht abschrecken lassen und sogelich unser Zelt aufstellen um Fakten zu schaffen für den Fall, dass da doch noch jemand Ansprüche auf den Platz anmeldet. Während dem Aufbauen werden wir bei jedem ankommenden Auto ganz nervös und schauen sofort, ob es bei uns anhält oder weiterfährt. Aber völlig unbegründet, denn sie fahren alle weiter ;-)

Jetzt noch schnell das Geld für den Zeltplatz in den nächsten Umschlag und ab in den Schlitz damit. Doch zum Glück bemerke ich, dass in den Gebühren für den Zeltplatz der Parkeintritt schon enthalten ist. Also hole ich die schon am Eingang bezahlten 12 Dollar wieder aus dem Umschlag raus und vermerke den Sachverhalt auf dem Umschlag, falls doch jemand kontrolieren kommt.

Den Tag lassen wir mit einem gemütlichen Abendessen inkl. Nachtisch (Peanutbutter Cookies) ausklingen und legen uns früh ins Bett um noch etwas zu lesen. Sehr schnell merken wir, dass die Nachbarn (und nicht nur die direkten bei Nr. 1) hier deutlich später zu Bett gehen als auf den bisherigen Campgrounds, sondern lieber kräftig Party machen. Wie sich später rausstellte, hatten die Kinder gerade Schulferien weshalb der Park und die Campgrounds jetzt so außergewöhnlich voll sind. Bei unserem ersten Besuch hier waren wir nämlich fast ganz alleine gewesen. Naja, egal, lesen wir halt etwas länger ;-)

Damit der Tag nicht ganz ohne Bilder bleiben muss (ja ich habe an diesem Tag kein einziges Bild gemacht), hier noch ein paar Bilder vom Anfang der Reise, die ich mittlerweile bearbeitet bzw. zusammengesetzt habe.

Hier sieht man schön die Dimensionen des
"Grand Prismatic Spring".
Die Pünktchen auf dem Steg sind Menschen...

Eines meiner schönsten Aspen Bilder dieser Reise
(Ist natürlich Geschmacksache und auch nur meine ganz bescheidene Meinung)

Am ersten Morgen im Yellowstone fotografierte ich das folgende Panorama, dass ein gutes Beispiel dafür ist, wie man frühes Aufstehen, wunderschönes Morgenlicht und 50 Auslösungen seines Verschlusses (Es sind 10 einzelne Aufnahmen mit jeweils 5 verschiedenen Belichtungen um den großen Kontrast in den Griff zu kriegen) verschwenden kann, nur um ein Bild zu machen, dass eigentlich für die Tonne ist. Es sei denn es braucht jemand so ein Bild für Asphalt-Reklame ;-)

Aber wie schon beschrieben kann man ein zusammengesetztes Panorama nicht immer so leicht im voraus visualisieren (zumindest brauche ich da noch sehr viel Übung) und oft kommt dann halt sowas dabei raus...aber 50x16 Megapixel-Raw-Bilder löschen bringt dafür wieder einiges an Speicherplatz zurück ;-)

Yellowstone Panorama für die Rundablage...

Eins war aber bemerkenswert an diesem Panorama. Nachdem PTGui die Einzelbilder analysiert hatte und die Kontrollpunkte erstellt und bewertet hatte, bekam ich folgenden Dialog zu sehen:

In der Regel steht da immer:
This is very good.

Heute aber dieser Kommentar, der zeigt, dass ich wenigstens super genau gearbeitet habe bei diesem Schrottbild ;-)


Am nächsten Morgen war ich dafür besser drauf, schaffte zwar nur ein "This is very good", dafür gefällt mir das Bild um einiges besser:

Nez Perce Creek direkt nach Sonnenaufgang

Was meint Ihr?

Montag, 20. Oktober 2008

Montag, 13.10.2008

Früh, ja sehr früh, wurden wir wach. Wie gesagt, es war kalt und der Mond sehr hell und wir dadurch recht häufig wach. Pünktlich zum Sonnenaufgang machten wir uns auf in den Westteil, der strenggenommen eigentlich nicht mehr zur Wilderness Area gehört, aber auf engem Raum sehr viele interessante Steinformationen bietet. Heute ging Sonja natürlich gerne auch bei Sonnenaufgang mit, denn der kurze Marsch dorthin versprach vor allem eins: Wärme ;-)

Aber egal wie schlimm sich das mit der Kälte auch anhören mag, wir sind uns beide einig: Diese Landschaft ist es wert!

The Flying Turtle

Amon Sûl - Der Wachturm aus "Lord of the Rings"

Der Hexenkreis im Mondschein
(Könnte aber auch die Tafelrunde gewesen sein)

Zwei glückliche Eiszapfen

Anschließend ging es wieder zurück zum Zelt zum Frühstück. Dort angekommen trafen wir auf zwei weitere Liebhaber dieser Gegend aus Santa Fe. Der eine schon etwas älter und Bisti-erfahren, der andere war ein 2,08m Riese und frühere Basketball-Profi, der überwiegend in Spanien gespielt hat. Beide waren gegen Mitternacht, als wir schon lange schliefen, angekommen und hatten die Nacht in ihrem riesigen PickUp-Van-Truck-Wasauchimmer ein paar hundert Meter weiter als wir hinter einem Hügel verbracht, so dass wir sie am morgen nicht bemerkt hatten. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass beide trotz festem Dach über dem Kopf ebenfalls wie die Schneiderlein gefroren haben ;-)

Wir unterhielten uns sehr nett mit den beiden während wir frühstückten und die beiden sich fertig anzogen und ihre Ausrüstung vorbereiteten. Das lustige dabei war, dass sich das ganze über ca. 1,5 Stunden hinzog. Man hätte glauben können, die beiden begeben sich auf eine Mehrtagesexpedition. Dabei haben sie sich nur ganz normal zum Wandern angezogen, Ihre Camelbacks gefüllt und ein paar andere Sachen gepackt. Sie waren beide echt sehr nett (wie fast alle Amerikaner übrigens, die man "draussen" trifft), dass sie aber beim Vorbereiten und während der Unterhaltung stets leicht verpeilt wirkten, lag sicherlich auch ein bissel an dem verdächtigen Duft, um nicht zu sagen Dampf, den ich des öfteren aus diesem Monstertruck zu riechen glaubte, wenn sie gerade mal wieder eine Tür auf unserer Seite geöffnet hatten ;-)

Nachdem die beiden aufgebrochen waren, legten wir uns wieder ins Zelt und dösten, schliefen oder lasen über die gesamte Mittagszeit. Wie ein Kommentator hier schon schrieb: Als Fotograf hat man es eben schön und muss nur bei Sonnenaufgang und -untergang arbeiten...

Gegen 15.00 Uhr machten wir uns dann auch wieder auf den Weg um unsere Erkundungsreise fortzusetzen...

Das Bisti-Stratosphere-Hotel (Bild: Sonja)
(Die Assoziation liegt einfach nahe, wenn man gerade im Sahara-Hotel in Las Vegas sitzt und das Stratosphere mehr oder weniger auf der anderen Straßenseite hat)

Minas Tirith
(Ich fühl mich hier einfach ständig an den "Herr der Ringe" erinnert)

Barad-dûr

Der Frosch und der Pilz unterhalten sich

Mordor (nur schöner: Bisti Badlands)

Die Pilzfarm

Sonja im "Quadrat"

Die "Egg Hatchery" im letzten Licht
(Wieder kann das Webformat das eigentliche Panorama leider nur bedingt wiedergeben)

Nochmal die "Cracked Eggs" im Mondlicht, diesmal mit Mond ;-)

Diesmal waren wir rechtzeitig bei den "Cracked Eggs" (oder "Egg Hatchery") und so gelang doch noch ein IMHO sehr schönes Panorama. Kurz nachdem die Sonne unter- und der Mond aufgegangen war, zogen von Südosten auch schon Wolken auf (siehe letztes Bild) und der Mond war kurze Zeit später auch schon komplett verschwunden, sodass unser Heimweg heute etwas dunkler ausfiel, aber dafür gibt es ja die schönen Stirnlampen. Eine wie ich immer noch mit großer Begeisterung finde geniale Erfindung. Nie mehr die MiniMagLite im Mund mit den Zähnen festhalten, wenn man beide Hände z.B. an der Kamera braucht ;-) Wer das mal probiert hat, der weiss wie schrecklich dass ist, vor allem wenn es auch noch kalt ist...

Doch die Wolken hatten natürlich auch was gutes, denn so versprach es eine wärmere Nacht zu werden. Zurück beim Auto stellten wir mit Freuden fest, dass unser Solarofen, der heute auch länger Zeit gehabt hatte, die Konserven noch immer relativ warm gehalten hatte, so dass heute auch ein gewisser Stefan B. aus der Nähe von S. ganz unbesorgt über unsere Ernährung sein konnte ;-)

In der Hoffnung auf eine weniger kalte Nacht und mit schönen Motiven auf der Karte schliefen wir glücklich und zufrieden ein...

Sonntag, 12.10.2008

Gleich nach dem Aufwachen der bange Blick aus dem Fenster. Hat es geregnet? Tobt der Sturm noch immer? Doch die Sorgenfalten weichen so gleich einem Grinsen. Es pustet nimmer und alles ist trocken. Auch der Wetterbericht im Internet verspricht blauen Himmel und keinen Sturm. Also können wir uns getrost Richtung Bisti Wilderness aufmachen.

Noch schnell was einkaufen und dann geht's Richtung Süden. Die Dirtroad zum Parkplatz ist besser als überall beschrieben und wir kommen bald ans Ziel. Das Zelt steht schnell und wir packen erstmal die Thermarests und Schlafsäcke sowie die Klamotten für die Nacht hinein, damit wir im Dunkeln nicht mehr soviel herumhantieren müssen.

Unser Luxusappartment für die nächsten Nächte

Das Schild ist Programm!

Bevor es los geht und wir uns auf den Weg in diese bizarre Wildniss machen, noch ein paar Infos darüber. Unter Wilderness Area versteht das BLM (Bureau of Land Management, Department of the Interior) ein geschütztes Gebiet, in dem absolut keine touristischen Verbesserungsmassnahmen vorgenommen werden. Keine Wege, keine Toiletten, kein Wasser, kein gar nix. Nur reine, pure, aber geschützte Wildniss. Zelten ist deshalb nur am Rand erlaubt, da diese Gebiete i.d.R. aber eh nur wenige Besucher sehen, ist es dafür kostenlos. Allerdings auch ohne jeden Komfort eines Campingplatzes. Wasser, Essen, etc. sollte man reichlich dabei haben, dann kann man sich auf wunderschön einsame Tage freuen.

Bei der Bisti (oder Bis-ta-hie, wie es bei den Indianern heißt) Wilderness im Nordwesten von New Mexico handelt es sich um ein sog. High Desert Climate, d.h. tagsüber durchaus warm (im Sommer auch wirklich heiss), aber bei Nacht schweinekalt.

Da wir beabsichtigen bis nach Sonnenuntergang unterwegs zu sein, nehmen wir schon reichlich warme Sachen mit auf den Weg. Wasser und GPS dürfen natürlich auch nicht fehlen, obwohl man den Rückweg hier eigentlich ganz leichten finden müsste: Immer nach Westen, dann findet man den Parkplatz schon irgendwie ;-)

Der Weg geht Anfangs entlang eines schon fast komplett ausgetrockneten Bachbetts und schon nach ca. 45 Minuten finden wir die ersten bizarren Gesteinsformationen, für die diese Gegend so bekannt ist.

Es folgen mehrere Stunden in der wir uns wie Entdecker fühlen dürfen. Hinter jeder Windung, hinter jedem Hügel gibt es neue Formationen in allen Farben und Formen. Und das beste: Wir sehen den ganzen Tag niemanden ;-)

Sonja tauft sie "Die liegende Schildkröte" und ich stimme voll und ganz zu.

Hier ein Größenvergleichsversuch

Der Einsame

Das "Making Of" zu "Der Einsame"

Ein Vollmond zur rechten Zeit

Der Drachenkopf

Der Mond kündigt den Sonnenuntergang an

Leider finden wir die Cracked Eggs erst kurz vor Sonnenuntergang, genauer gesagt während des Sonnenuntergangs. Egal, kann ja mal vorkommen, und wir sind ja morgen auch noch da und jetzt stehen die "Eggs" ja im GPS ;-)

Das folgende Bild zeigt Sonja in der "unendlichen" Weite der Bisti Wilderness. Die Weite, die Steinformationen und die Einsamkeit sind einfach gigantisch.

Sonnenuntergang bei der "Eggfactory"

Die "Cracked Eggs" im Mondlicht

Gigantisch ist aber auch die Kälte, die jetzt so langsam heraufzieht. Schnell noch etwas wärmer eingepackt und dann machen wir uns auf den Rückmarsch. Ich bin froh darüber, dass ich seit jenem arschkalten Morgen, den ich zusammen mit meinem Freund Ulf bei den Köcherbäumen in Namibia verbracht habe, eigentlich immer meine Fotohandschuhe im Rucksack habe. Damals hatte ich sie dabei, aber im Koffer in der Pension ;-)

Um den Rückweg etwas interessanter zu machen, weihe ich Sonja endlich richtig in unser GPS ein, denn schnell kann man sich beim Rumklettern und Rumhüpfen in diesem teils unwegsamen Gelände den Fuß verdrehen oder ähnliches und dann sollte der jeweils andere auch wieder alleine zurückfinden bzw. den Verletzten wiederfinden ;-) Das macht die ca. 60 Minuten Fußmarsch gleich viel kürzer, aber trotz strammen Schrittes kriecht die Kälte immer mehr in unsere Glieder und wir können uns schonmal mental auf eine etwas kältere Nacht vorbereiten. Morgen nehmen wir noch mehr zum Anziehen mit...

Beim Auto angekommen schlüpfen wir sofort in noch mehr Klamotten und genehmigen uns ein herzhaftes, aber kaltes (hallo Stefan!) Abendessen, denn unsere im Solarofen (davon im Laufe der folgenden Tage mehr) aufgeheizten Konserven sind mittlerweile wieder "leicht" abgekühlt.

Die Nacht ist sternenklar und der Himmel einfach nur gigantisch. Sowas kann man halt nur in der Wüste erleben...auch wenn der klare Himmel für die Nacht recht arktische Temperaturen ankündigt...

Dick eingepackt schlüpfen wir so gleich in unsere Schlafsäcke. Dick heisst im Falle von Sonja:
  • Lange Angoraunterwäsche
  • Sportunterwäsche drüber
  • Warme Hose
  • Zwei paar Socken, das äußere natürlich groß genug, damit es nichts einschürt
  • Dicker Pulli
  • Fleecejacke
  • Fleeceschlafsack
  • Winterschlafsack mit dicker Jacke am Fußende um den leeren Raum auszufüllen und als Fußheitzung
  • Mütze für den Kopf plus Kapuze und Wärmekragen vom Schlafsack
  • Dazu das Nilpferd als Bauchwärmer ;-)
Bei mir kam folgendes zum Einsatz:
  • Lange Unterwäsche von "Woll-Kraft" (Das Tragen die Jungs auf den Bohrinseln)
  • Thermohose
  • Fleecejacke
  • Winterjacke
  • Dicke Wandersocken
  • Darüber ein paar selbstgestrickte Socken von Tante Helga
  • Winterschlafsack mit dickem Pulli am Fußende als Fußheitzung
  • Mütze für den Kopf plus Kapuze und Wärmekragen vom Schlafsack
  • Kein Nilpferd und kein Tigerfell, leider ;-)
Trotzdem erlebten wir die kälteste Nacht unseres Lebens. Wer glaubt, dass wir einfach zu verweichlicht sind und nix aushalten, ist herzlich eingeladen, das nächste Mal live dabei zu sein.

Ein gutes Mittel, um trotzdem einschlafen zu können und die Nacht irgendwie durchzustehen, ist meiner Meinung nach einfach an was Schönes zu denken. Das hat bei mir bisher immer geholfen. Wer errät, an was ich beim Einschlafen und nach jedem Mal Wachwerden (der fast volle Mond war superhell) gedacht habe, gewinnt einen Print von einem Bild nach Wahl...