Posts mit dem Label Delicate Arch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Delicate Arch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 5. April 2009

Weiße Pracht

Der Wecker klingelte heute morgen gleich noch etwas früher (5.20) als sonst, den ich hatte mir vorgenommen, dem Dead Horse Point endlich eine Besuch abzustatten. Beim letzten Versuch hatte mich ja der Mietwagen vollends ganz im Stich gelassen.

Laut Wetterbericht war für die Nacht und auch tagsüber mit Schnee zu rechnen. Genau was ich mir gewünscht hatte. Also schaute ich gleich mal zum Fenster raus und siehe da: Es hatte geschneit. Und wie! Selbst hier unten in Moab lagen min. 2 Inch (ja, so komisch messen die das hier) und es schneite noch immer.

Also ganz warm einpacken, Rucksack und Stativ geschultert und ab ins Auto. Die Fahrt zum Park wird ein richtiger Spaß, den je höher ich komme, desto mer Schnee liegt natürlich. Am höchsten Punkt der Strecke sind es gut und gerne 15-20 Inch. Auf jeden Fall mehr als unter mein Auto passt und wie sich herausstellt, bin ich außer den Rangern der einzige Trottel, der hier schon um die Uhrzeit unterwegs ist. Angesichts der Tatsache, dass der komplette Himmel ein einziges grau in grau ist, muss ich mich natürlich schon fragen, was das überhaupt soll.

Aber die Erfahrung zeigt, dass die Wolken immer mal wieder aufreisen und damit eine wunderschöne Lichtstimmung herbeizaubern kann. Also bleibt mir nix anderes übrig, als daran zu glauben...

Am Aussichtspunkt angekommen, schneite es noch immer, doch der Schnee war hier oben vergleichbar trocken und wurde vom Wind wunderschön auf den roten Felsen verteilt.

Nach Jay Maisel braucht ein gutes Foto genau drei Dinge:
  1. Light
  2. Color
  3. Gesture
Gestalt/Ausdruck (Gesture) hat es hier oben mal wirklich mehr als genug, man muss es nur einfach rausschneiden aus der Landschaft ;-) An Farbe (Color) mangelt es auch nicht, zumal die roten Felsen wunderbar mit dem frischen Schnee harmonieren. Fehlte also nur noch Licht...das bedeutet: Warten!

Oder sich erstmal einen guten Standpunkt für ein Foto suchen. Als ich den glaubte gefunden zu haben, ging ich wieder zu Punkt 1 "Warten" über. Um das ganze etwas leichter zu machen, gönnte ich mir eine der beiden Energieriegel, denn Frühstück gibt's im Super 8 erst ab 6.00. Als ich den Tiger's Milk Bar (Die Rückrufaktion für genau meinen Riegel, die ich beim googeln des Links gerade entdeckt habe, ignorieren wir jetzt einfach mal ganz leger) gerade verschlungen hatte, sah ich plötzlich etwas blaues am Himmel, doch leider Fehlalarm. Die Sonne schaffte es noch nicht ganz durch und der blaue Fleck war in nullkommanichts wieder verschwunden.

Zum Glück war ich warm eingepackt, sonst wäre die Warterei noch spaßiger geworden. Irgendwann hatte der Himmel dann doch etwas Erbarmen mit mir und ich konnte loslegen. Das Licht war zwar nicht wirklich toll, aber nach Jay Maisel kann, wenn 2 der 3 Zutaten ausreichend vorhanden sind, die dritte auchmal etwas hinterher hinken. Aber macht Euch doch einfach selber ein Bild:


Als ich den Juniper Tree gerade fertig hatte, kam mir durch den fast wadenhohen Schnee ein asiatisches Pärchen entgegen, bei dem sie Crocs trug, und zwar barfuß!!! Auf dem Rückweg machte ich im Visitorcenter halt, um die Gebühr für den Park noch zu bezahlen, nachdem morgens noch keiner mein Geld gewollt hatte. Dort sah ich auch das Pärchen wieder sodaß ich dank Sonjas Panasonic LX-3 heimlich das folgende Beweisfoto machen konnte:

Naja, jeder wie er mag. Ich war froh um meine Wasserdichten Stiefel, denn mittlerweile taute es schon wieder gewaltig.

Danach ging's zurück zum Hotel. Ich verbrachte die zeit mit Koffer packen, Flüssigkeit und Kaubares (Obst, hallo Herr Ernährungsberater) nachtanken, Bilder runterladen und da ich eine der beiden benutzten Karten (die bei weitem vollere, natürlich) vergessen hatte, auf meinen Hyperdrive zu laden, hatte ich auch noch etwas Zeit zum Bloggen, bevor ich wieder losziehen konnte. Denn der Hyperdrive oder meine LaCie-Rugged-Platte sind meine ständigen Begleiter. So habe ich immer mind. 1 von den 3 Kopien meiner Bilder bei mir. Ja, nennt mich ruhig paranoid, aber Murphy war schließlich Amerikaner und die Vorstellung, meine Bilder von diesem Trip zu verlieren, ist einfach undenkbar ;-)

Wenn Ihr Euch fragt, ob ich so schnell blogge oder der Hyperdrive so lahmarschig ist: Ich habe natürlich den Paranoiker-Modus aktiviert, der jedes einzelne Bild nochmal komplett vergleicht, nachdem er es kopiert hat, dauerte es halt etwas länger. Aber was nützt mir eine Kopie meiner Bilder, von der ich nicht weiss, ob sie überhaupt in Ordnung ist...

Da es währendessen eh regnete, war's auch nicht so schlimm. Als alles endlich beendet war (kopieren, bloggen und der Regen), machte ich mich auf zum Delicate Arch. Mir war zwar von vorneherein klar, dass heute nicht das richtige Wetter dafür war, aber ich mag die kleine Wanderung dort hinauf einfach sehr und wollte mir schließlich auch mein Abendessen bei Denny's verdienen. Außerdem war das Wetter auch für so ziemlich alles andere mehr als bescheiden.

Schon nach den ersten Metern auf dem Felsteil der Route merkte ich, dass es da oben sicher richtig kräftig pusten musste und als ich oben ankam, bestätigte sich das gleich so richtig. Aber Woolpower sei dank, war's mir dennoch angenehm warm um's Herz. Allerdings nicht wegen des Lichts, denn das war genau wie erwartet.

Doch das gab mir die Gelegenheit, mich auch mal selber unter den Arch zu stellen und mich von einem der ganz wenigen anderen hier oben fotografieren zu lassen.


Verglichen mit den sonst bis zu 150 und mehr Besuchern war es heute mal richtig ruhig hier oben. Seht selbst:


Aus dieser Perspektive sieht man auch mal das natürliche Amphitheater richtig gut. Weil ich nicht gleich wieder verschwinden wollte, probierte ich einfach noch ein bissel mit Sonjas Lumix rum. Hier mal eine wie ich finde komplett andere Ansicht. So habe ich sie zumindest bisher noch nirgends gesehen...


Und hier der Arch mit dem South Window im Hintergrund, wenn auch nur sehr klein ;-)

Die beiden letzten Verbliebenen (siehe vorheriges Bild) waren übrigens auch aus dem wilden Süden unserer Republik, genauer aus Freiburg, und wir macht uns zusammen auf den Abstieg. Die sehr nette Unterhaltung mit den "symbadischen" Freiburgern machte den selbigen zu einem recht kurzweiligen Vergnügen, sodass wir gegen 7.00 Uhr wieder am Parkplatz waren. Die beiden machten sich auf zum Campground und ich mich auf den Weg zurück nach Moab, wo ich mir nach einer verdienten (und nötigen) Dusche einen nötigen (und verdienten) Philly Melt bei Denny's genehmigte. Im Fernsehen gab's dann ausnahmsweise nicht Animal Planet (das ging mir am Vortag leider mal so richtig auf den ...), sondern Mel Gibson starb für mich (und Schottland). Ein IMHO immer noch sehenswerter Film. Danach noch schnell die Ereignisse des Tages hier niedergeschrieben und dann ab in die Federn.

Morgen werde ich nur bei richtig gutem Himmel so früh aufstehen...

Sonntag, 12. Oktober 2008

Mittwoch, 08.10.2008

Um 6 Uhr geht der Wecker los und nach kurzer Morgentoilette mache ich mich (wieder mal alleine, denn Sonja ist schließlich im Urlaub und hat sich das Ausschlafen verdient!) auf in den Park zum entferntesten Punkt, der mit normalem PKW zu erreichen ist, dem Devil's Garden. Von dort sind es ca. noch 15 Minuten Fußmarsch zu einem meiner Lieblingsarches, dem Landscape Arch. Diesen hatte ich beim letzten mal leider bei Sonnenaufgang verpasst und das wollte ich jetzt natürlich nachholen. Natürlich mit einem Panorama, denn er ist der wohl breiteste Arch überhaupt und überspannt sagenhafte 92m. Direkt bei Sonnenaufgang geht das Spektakel los und ich genieße es, mit nur einem anderen Fotografen alleine zu sein. Zur Sicherheit mache ich erstmal ein normales Einzelbild, falls ich das Panorama versaue...

Nur mit 17mm lässt er sich angemessen in Szene setzen

Danach folgt das Pano von zwei verschieden Standpunkten. Entscheidet selber, welches Euch besser gefällt...

Einmal parallel aus 8 Bildern und...

...einmal diagonal aus 4 Bildern.

Unaufhaltsam wandert die Sonne höher und ich mache mich auf zu einem zweiten Punkt für diesen Morgen, der Rückseite des Delicate Arch, denn nur von dort lässt sich zeigen, an welch gewaltiger Felskante das schöne Stück Sandstein eigentlich steht. Leider ist der Weg dorthin nicht so kurz und erfordert nochmal etwas Schinderei, bis man an der Felskante ankommt, die dem DA gegenüberliegt. Dazwischen liegt eine ca. 500m breite Schlucht. Leider kann ich gerade nicht nachschlagen, wie hoch der DA über dieser Schlucht thront, aber es dürften gut 200-300m sein.

Zwischen den Sträuchern und dem DA liegen ca. 500m und bei 70mm und F22 lies sich die Schärfentiefe geradeso in den Griff kriegen

Hier das ganze als Pano, leider war das Licht natürlich nicht mehr so prickelnd, aber das mit den nur zwei Locations pro Tag hatten wir ja schon ;-)

Ich schaute mir noch ein paar andere Blickwinkel für einen späteren Besuch bei besserem Licht an, markierte alles im GPS und wartete bis mein T-Shirt, das ich in der Sonne ausgelegt hatte, endlich getrocknet war. Nein, nein, ich bin da nicht oben ohne rumgelaufen. Erstens sind wir im prüden Amerika und zweitens kamen mit der Zeit doch einige hier rauf gestapft und denen wollte ich diesen Anblick unbedingt ersparen. Ich hatte mitgedacht und noch ein T-Shirt dabei, dass ich aber beim Abstieg unter dem Rucksack nicht auch noch vollschwitzen wollte, ein nasses T-Shirt wollte ich aber auch nicht anziehen, also genoß ich eben den Morgen noch etwas, denn es waren wirklich nur ganz wenig Menschen hier und das Gebiet ist sehr weitläufig...

Zurück im Hotel konnte ich mich erstmal bei Sonja dafür bedanken, dass Sie mir etwas vom Frühstück mitgebracht hatte, denn ich hatte die Zeit dafür längst überschritten. Was/wo wäre ich nur ohne sie? Auf jeden Fall könnte ich alleine nicht halbsoviel zu Stande bringen wie mit Ihrer riesigen Unterstützung! Egal ob es um's Aufspüren lohnender Fotoziele, Vorbereiten einer Reise oder auch nur die vielen anderen kleinen Dinge im Alltag geht, wir ergänzen uns einfach super und ich kann mich immer auf sie verlassen. Was gibt es Schöneres?

Über den Mittag vergnügte sich Sonja am Pool und ich beim Bloggen, Bildern sichten und bearbeiten, etc. Wenn ich bisher Bloggen geschrieben habe, meinte ich natürlich immer auch zweiteres...

Das Abendprogramm hatte sich schon am vergangenen Abend von selbst definiert, denn schließlich hatte ich nur die eine Variante "meines" Panoramas fotografieren können (bin halt ein Slowshooter...schon immer gewesen) und musste unbedingt noch die zweite Variante haben, da sie mir vermutlich besser gefallen würde ;-)

Also machten wir uns wieder auf um Parkplatz an der Wolfe Ranch, heute allerdings schon etwas früher als gestern, da wir befürchteten etwas müde Beine zu haben.

Die Wolfe Ranch

Die Befürchtung stellte sich aber als grundlos heraus, was uns selbst etwas verwunderte, denn Sport war im letzten Jahr vor allem bei mir mehr als nur zu kurz gekommen. Oben angekommen freute ich mich, dass "mein" Platz heute sogar ganz leer war. Es wunderte mich schon etwas, denn fast alle guten Bilder, die man irgendwo vom DA sieht, müssen von dieser Stelle aus geschossen sein. Nur hier bekommt man die Lasal-Berge richtig mit ins Bild. Aber umso besser, wenn ich heute dort alleine sein konnte, dann hatte ich wenigstens einen besseren Platz für den Rucksack. Da es dort nirgends wirklich flach ist, muss man höllisch aufpassen, dass er nicht runterrutscht. Das würde der Inhalt sicher nicht überleben. Wenn ich mal etwas mehr Zeit da oben habe, klettere ich auch mal wieder ins Amphitheater hinunter, denn auch heute fiel wieder zahlreiches Fotozubehör von einigen unkonzentrierten Fotografen hinunter. Gottseidank liegt noch nix von mir da unten ;-)

Ich war gerade mit Aufbauen fertig, als der Kopf einer Fotografengruppe sich wohl überlegt hatte, was ich Komiker wohl an dieser unbequemen Stelle machte und zu dem Schluss kam, dass er das auch ausprobieren wollte. Also kam er zu mir rüber und befand die Stelle ebenfalls für gut, so dass er sogleich den Rest seiner Truppe herbei rief. Die Jungs waren alle sehr lustig drauf, so dass auch heute die "Preshow" wieder sehr amüsant verlief. Zum Glück ohne die gestrige "German Stuntshow". Natürlich gab es auch wieder jede Menge Kasper, die sich unter den Arch stellen mussten und damit ganz selbstverständlich bis zu den letzen Sonnenstrahlen warten mussten. Das anwesende "Publikum" war aber heute sehr viel lustiger gestimmt als noch am Vortag und so wurden diese liebenswürdigen Zeitgenossen durchweg freundlich aus dem Bild gebeten. Einer ahmte sogar eine Lautsprecherdurchsage im Polizeistil nach, was natürlich sehr schnell Wirkung zeigte, denn mit der Poliezei spaßt hier keiner ;-)

Einige liesen sich sogar dazu hinreisen, mir zu zuwinken...

Als es dann drauf ankam, hatte ich Glück und den Arch für die Dauer meiner Panorama-Aufnahme für mich alleine. Hier also die Variante, die mir sehr viel besser gefällt, als die gestrige und für die wir den Aufstieg gerne nochmal in Kauf genommen haben. Ich schreibe ausdrücklich wir, denn auch Sonja freut sich über unseren neuen Treppenhausbehang und wir beide hatten auch sehr viel Spaß daran, uns endlich mal wieder etwas körperlich zu betätigen. Von der tollen Landschaft während dem Aufstieg und der schönen Athmosphäre hier oben ganz zu schweigen...

Variante B und der Gewinner ;-)


Nochmal die Lasal-Berge im DA eingerahmt, sie haben schon etwas Schnee seit gestern eingebüßt...

Zum Abschlus nochmal ein Blick in die Menge der DA-Fans von der anderen Seite aus, aufgenommen von Sonja

Heute machten wir uns schon etwas früher auf den Abstieg, da besonders ich sehr müde war nach den zahlreichen kurzen Nächten und der ganzen Schlepperei ;-)

Auf dem Abstieg machte ich noch ein schönes Nachtbild/Langzeitbelichtung von den Autos auf der Serpentinenstraße, die aus dem Tal der Wolfe Ranch herausführt. Dies sah sehr schön aus von unserem Standpunkt auf halber Strecke zum Parkplatz. Da es sich dabei aber um ein DRI-Bild handelt (sonst wäre der Himmel weiss geworden) und ich dafür keine Software dabei habe, muss ich das noch nachreichen.

Nach dem Abendessen wurden noch die Bilder des Tages gesichtet und etwas gebloggt...

Dienstag, 07.10.2008

Zur Sicherheit haben wir uns gestern den Wecker gestellt, denn heute durften wir auf keinen Fall verschlafen, schließlich wollten wir schon vor Sonnenaufgang am Mesa Arch sein. Da der Willow Flats Campground aber nicht weit davon weg ist, mussten wir nicht ganz so unchristlich früh aufstehen wie beim letzten Besuch an diesem ganz besonderen Ort. Da hatten wir nämlich noch in Moab übernachtet und durften dadurch schon um 4 Uhr aufstehen...

Also machten wir uns gegen kurz nach 6 Uhr auf den Weg. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Parkplatz zum Arch traf mich fast der Schlag, als wir über die Kuppe kamen und den Arch sahen. Da standen schon ca. 15 andere Fotografen! Beim letzten Mal waren wir hier alleine!? Wie sich später herausstellte, waren die meisten der 15 Teilnehmer einer Fotogruppe und wir hatten natürlich genau den Tag erwischt, den sie sich für den Mesa Arch ausgesucht hatten.

An freie Standplatzwahl war natürlich nicht mehr zu denken und da ich eigentlich ein Panorama machen wollte, war es natürlich heute extra schwer, keine anderen Stativbeine etc. mit ins Bild zunehmen. Naja, es war nicht schwer, es war unmöglich :-(

Also warteten wir auf den Sonnenaufgang und starrten gebannt gen Osten. Als es endlich soweit war, klickte es an allen Ecken und Enden. Vor allem natürlich bei mir, da ich mir ja ein Panorama in den Kopf gesetzt hatte. Da man durch den Arch der Sonne direkt entgegen blickt, ist die sichtbare Seite des Arches natürlich im Schatten und zur Sicherheit bietet sich dann eine Belichtungsreihe von mind. 3 Bildern an, um das ganze hinterher per DRI zu kombinieren. Im Umkehrschluss hieß das natürlich für mich: Pro späterem Bild musste ich also 5x3 mal abdrücken. Das ist vor allem dann besonders stressig, wenn ständig jemand unbedingt seine Arme, (Stativ)-Beine oder am liebsten gleich seine Kamera mit in meinem Panorama verewigen möchte ;-)

Unter diesen Umständen bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Sonne geht leider um diese Jahreszeit schon sehr südlich auf, so dass sich der Stern leider nicht in den goldenen Schnitt setzen lies, vor allem, wenn man sich den Standplatz eh nicht wirklich aussuchen kann. Irgendwann komme ich nochmal im Sommer her, dann ist's eh zu heiss für Ausflüge von Fotogruppen und die Sonne steht dann weiter nördlich am Horizont.

Mesa Arch im Panormaformat

Noch zwei weitere Kompositionen...

...im klassischen Format

In der Zwischenzeit waren natürlich noch mehr Fotografen aufgetaucht, so dass es noch wuseliger zu ging. Dass ist eben der Preis für das einzigartige Spektakel, dass sich hier an jedem klaren Morgen abspielt. Insgesamt zählte/schätzte Sonja fast 30 Menschen rund um den Arch, die meisten davon mit einer Kamera und einem Stativ bewaffnet (wenn man auch nicht jedes Exemplar unbedingt als solches bezeichnen konnte ;-).

Und so sah es von der Seite aus

Wobei das ganze noch gar nix war, wenn man es mit dem Auflauf vergleicht, der uns am Abend erwarten sollte. Aber davon gleich weiter unten.

Nach getaner Arbeit ging's wie üblich zurück zum Zelt zum Frühstücken. Dabei unterhielten wir uns noch ein bisschen mit Anastasia und Miles, den beiden netten Amerikanern, die uns so großzügig mit auf ihren Zeltplatz gelassen hatten. Anschließend ging es an's Zusammenpacken, wobei auch heute das Zelt wieder erst in der Sonne so halbwegs getrocknet werden musste. Das ist das Gute an so einem HighEndSuperLuxusZelt wie unserem: Man kann es zur Not auch richtig schlecht behandeln, wenn es keine Zeit zum Trocknen gibt. Wir haben eh nicht wirklich vor, es zurück mit nach Deutschland zu nehmen, denn seinen stolzen Einkaufspreis von 25,- Euro hatte es eh schon in der ersten Nacht wieder erwirtschaftet ;-)

Fertig gepackt und verabschiedet ging es zurück ins Tal nach Moab, wo wir unser "Camp" für die Ausflüge in den Arches NP aufschlagen wollten nachdem der Campground im Park eh hoffnungslos überfüllt war und wir keine Lust hatten, uns schon morgens um 7.00 Uhr für einen freien Platz anzustellen (Da waren wir ja eh noch am Mesa Arch).

Da wir beim letzten Mal mit dem Moab Valley Inn sehr gute Erfahrungen gemacht hatten und das Super 8 am Ortseingang uns nicht vor 15.00 Uhr in die Zimmer lassen konnte, versuchten wir auch diesmal wieder dort unser Glück und fanden es auch.

Nach ein paar Besorgungen und einem kleinen Mittagsimbiss in Form eines Bagels (und dem obligatorischen Bloggen) machten wir uns gegen 17.00 Uhr auf den Weg in den Park. Wer jetzt fragt, warum nicht früher, dem mag als Antwort hoffentlich genügen, dass wir den größten Teil des Parks schon kennen und die Teile, die wir noch nicht kennen, entweder nur per 4x4 oder zu Fuß zu erreichen sind und für letzteres war es eh schon zu spät, denn das Ziel war den Sonnenuntergang am Delicate Arch (im Folgenden einfach DA) zu fotografieren und das unvorteilhafte Licht davor einfach auszulassen, da ich viele interessante Steinformationen schon in dem selbigen abgelichtet habe ;-)

Am Parkplatz bei der Wolfe Range, dem Startpunkt des Aufstiegs zum DA, waren die legalen Parkplätze natürlich schon vergeben, sodass wir uns einfach ein bisschen an den Rand quetschen mussten. Mit Stirnlampen, warmen Überziehklamotten und genügend Wasser im Rucksack machten wir uns auf den Weg nach oben. Man geht dabei ca. 35-90 Minuten (je nach Kondition und Gepäck, ich hatte ca. 22 Kilo auf dem Rücken) meist bergauf und kann dabei wunderbar die Aussicht geniessen und/oder kräftig schwitzen. Wir taten beides und erreichten noch lange vor Sonnenuntergang (also rechtzeitig) das gigantische natürliche Amphitheater am DA. Dort war es natürlich wie immer um diese Uhrzeit schon brechend voll. Aber im Gegensatz zum Morgen am Mesa Arch gibt es hier auch jede Menge Platz für all die Menschen und das Beste: Den schönsten Winkel auf den Arch, sodass man die Schneebedeckten Lasal-Mountains darin einrahmen kann, bekommt man von einer Stelle, die sich noch immer nicht wirklich herumgeprochen hat bzw. die an einem recht steilen Teil des Amphitheater liegt, an dem man schon schwierigkeiten hat, seinen Rucksack irgendwo unterzubringen. Was von beidem der Grund ist, weiss ich nicht, auf jeden Fall war ich froh, dass ich sie mir mit nur einem anderen Fotografen teilen musste. Wie sich herausstellte, war er koreanischer Abstammung, arbeitete hauptberuflich für AP und sehr nett. So verging die Zeit des Wartens auf die "heissen" fünf Minuten doch recht kurzweilig mit einer netten Unterhaltung, unterbrochen nur von einer Showeinlage einer (sorry, aber es ist so) dummen deutschen Touristin, die sich in den Kopf gesetzt hatte, das Amphitheater hinunterzusteigen. Da sie (das behaupte ich jetzt einfach mal frech, sonst hätte sie sich einen besseren Weg gesucht) keinerlei Klettererfahrung hatte, rutschte sie auch alsbald aus und lag auf dem Rücken, alle viere von sich gestreckt an einem recht Steilen Abschnitt und konnte/traute sich weder vor noch zurück.

Nicht falsch verstehen, meine Erzählung klingt zwar vielleicht etwas schadenfroh, in Wirklichkeit ärgerte ich mich aber blos über so viel Unvernunft und die Tatsache, dass jetzt jemand seine eigene Gesundheit würde riskieren müssen, um sie aus dieser Lage zu befreien. Selbstverständlich machte ich mich auch selbst bereit dazu Ihr zu helfen, und damit vermutlich DAS Bild, das ich heute machen wollte und auf das ich mich schon sehr lange freute, zu verpassen. Ich musste aber zuerste Kamera und Stativ in Sicherheit bringen, denn sonst wäre aus dem Bild sicher nichts mehr geworden ;-)

Doch zum Glück waren zwei Herren, die nicht ganz soweit von der Dame entfernt waren, so nett und bildeten eine Kette und konnten sie so aus ihrer prekären Lage befreien. Das ganze unter den Augen von ca. 80-100 weiteren Zuschauern, die alle für kurze Zeit den Atem angehalten hatten.

Die Wolken während des Vorprogramms waren recht fotogen

Nicht vergessen zu erwähnen sollte man natürlich auch die ganzen anderen Witzbolde (leider tun sich auch hier überdurchschnittlich viele Deutsche hervor), die direkt während den "heissen" 5 Minuten nichts besseres zu tun haben, als sich in den DA zu stellen und vom Partner/Begleiter/etc. darunter ablichten zu lassen. Dazu wäre eigentlich den ganzen Tag über Zeit, denn das Erinnerungsbild muss ja nicht zwingend im besten Licht geschossen werden, vor allem dann nicht, wenn man damit zig anderen Fotografen das Bild versaut. Aber das sehen manche eben anders und dementsprechend schallt den Witzbolden eben das eine oder andere mal mehr mal weniger freundliche Wort aus der Fotografenriege entgegen. Leider hilft das nicht immer sofort, sodass aus den 5 eben nur 2 Minuten wurden und ich leider nur eine Variante meines Hochformatpanoramas machen konnte. Ich muss wohl noch an der Schnelligkeit feilen. Das Bild habe ich ja eigentlich bereits, aber es ist halt nur der Panorama-Auschnitt aus einem normalen 2 zu 3-Acht-Mega-Pixel-Bild und da ich mir in den Kopf gesetzt habe, es in ca. 1x3m in unser Treppenhaus zu hängen, muss eben noch eine hochaufgelöste Variante her, wozu habe ich schließlich den schweren Panoramakopf hier hochgeschleppt ;-)

Variante A des erträumten Hochformatpanos

Als das Leuchten vorbei ist, bricht auch schon der Massenansturm auf den Abstieg los. Da es danach hier oben erst so richtig schön, weil einsam, wird, bleiben Sonja und ich, zusammen mit dem Koreaner und ein paar anderen erstmal noch da und ich probiere ein paar andere Einstellungen, abseits der üblichen DA-Bilder. Der Himmel leuchtet dafür geradezu einladend.

Die Lasal-Berge eingerahmt im DA

Jetzt wo fast alle weg sind und man auch niemanden mehr stört, bleibt auch etwas Zeit für ein Selbstportrait von uns beiden, sodass flink der Blitz aufgesteckt wird und der Selbstauslöser aktiviert wird.

Viele Grüße von zwei glücklichen DA-Touris (Am unteren Rand der Beweis, dass wir in Wirklichkeit Zombies sind ;-)

Leider steht der Mond momentan sehr hoch um diese Uhrzeit, so dass wir keinen vernünftigen Winkel mehr finden, um ihn zusammen mit dem DA ins Bild zu bekommen. Also machen wir uns als die letzten vier (Sonja, der Koreaner, ein lustiger Amerikaner und ich) auf den Weg zurück zum Parkplatz. Bislang dachte ich ja, dass unsere Petzl-Stirnlampen wahre Leuchtwunder wären, was aber die beiden Amis (der Koreaner lebt auch seit 20 Jahren in den USA) für den Abstieg auspackten, lies unsere Lampen wie Glühwürmchen erscheinen. Hätten sie vier davon gehabt, hätten wir damit ein Flutlichtspiel durchführen können.

Nach einem ca. 35-minütigen Abstieg, bei dem wir uns je nach Puste noch ganz nett mit den beiden unterhielten, erreichten wir den Parkplatz und verabschiedeten uns. Danach folgten noch ca. 30 Minuten Fahrt nach Moab, wo wir schnell duschten und dann den örtlichen Denny's aufsuchten, wo wir unser wohlverdientes Abendessen genossen. Sonja gönnte sich ein Sirloin-Steak mit Gemüse und Hashbrowns und ich verschlang ein Philly-Blend-Sandwich, belegt mit Roastbeef, Swisscheese, Mushrooms, Onions und einer leckeren Sauce.

Danach wie immer noch ein bissel bloggen und dann ab ins Bett, denn der Wecker war schon wieder auf 6.00 Uhr (zumindest für mich) gestellt...