Montag, 6. April 2009

Sunrise at Sunset (Point)

Heute morgen hätte ich keinen Wecker gebraucht, denn es wurde über Nacht recht kalt draußen und mit etwas Verzögerung auch bei mir im Zimmer. Also schnell fertig gemacht, Rucksack geschnappt und ab zum Sunset Point. Hört sich komisch an, ist aber so. Wenn ich Thor's Hammer gestern schon nicht im letzten Licht erwischt habe, dann heute wenigstens im ersten und logischer Weise auch Gegenlicht.

Mal im "professionellen" 4x5-Format

Und noch etwas dunkler in Quer

Mit der Sonne wird es dann auch gleich wärmer, denn davor war es hier auf 2700m, auch durch den Wind, recht frisch und ich war froh, dass ich mir Thermo-Hose und warme Unterwäsche angezogen hatte. Leider hab ich nie ein Thermometer dabei, das wäre eigentlich mal interessant, wie weit die gefühlte von der echten Temperatur abweicht ;-) Das einzige was sicher ist: Es waren weniger als Null Grad, denn meinen Scheiben am Auto waren gut gefroren. Als Eiskratzer musste halt mein National Park Pass herhalten und er hat seinen Job gut erledigt.

Nach getaner Arbeit ging's zurück zum Motel für das übliche Prozedere: Bilder sichern, frühstücken, einpacken und dann los...

Die Strecke führte heute zurück nach Las Vegas und ich wählte die Route über den Zion NP, was zwar länger dauert, aber dafür landschaftlich fast nicht zu überbieten ist. Da ich nicht zu spät in Vegas ankommen wollte (ich wollte noch etwas fotografieren gehen, alles sauber verpacken und dann früh ins Bett, denn der Wecker war für 4.15 Uhr prepariert) und durch die Mittagszeit das Licht eh nicht prickelnd ist, machte ich die Fotos von unterwegs heute mit einer eigens von mir für diesen Zweck entwickelten Fototechnik: Drive-By-Photography

Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung der vor allem in den USA weitverbreiteten Don't-Leave-Your-Car Fototechnik. Der gemeine Amerikaner fährt nämlich einfach die Viewpoints an, läßt die Scheibe (natürlich elektrisch) herunter und schießt direkt durch's Fahrerfenster seine Bilder.

Ich aber gehe noch zwei Schritte weiter:
  1. Ich lass die Scheibe oben, was zu einer dem Stil besser entsprechenden Bildsprache führt.
  2. Ich halt erst gar nicht mehr an, wodurch die Ausdruckskraft der Bilder erst so richtig zum Vorschein kommt.
Wenn's sich das jetzt ein bissel zynisch anhört, sorry! Es ist eigentlich nur der Frust darüber, dass ich mich auf der einen Seite glücklich schätze, durch diese geniale Landschaft fahren zu dürfen, auf der anderen Seite aber keine Zeit habe, hier Bilder zu machen, die der Landschaft auch gerecht werden könnten. Also mache ich aus der Not ne Tugend ;-)

Der traumhafte Red Canyon

Da hätte ich eigentlich über nachten sollen ;-)

OK hier am Eingang zum Bryce habe ich angehalten...ich musste mal

Checkerboard Mesa...und immer noch habe ich kein anständiges Bild davon

Ist die Landschaft nicht ein Traum ;-)

Durch den Tunnel kam ich zum 1. Mal ohne zu warten

Am Ausgang des Zion noch der obligatorische Stop in Michael Fatalis Gallerie und 3,5 Stunden (durch langweilige Landschaft) später bin ich auch schon in meinem geliebten Las Vegas. Doch davon im nächsten Blog-Eintrag...

Kommentare:

Tinchen hat gesagt…

Hallo Harald,

na, das sind ja grandiose Abschiedsphotos geworden! Bin total begeistert! Auch die Fotos "aus dem Auto heraus ..." sind doch toll :), kann man nicht anders sagen!

Wie gesagt: Beim nächsten Trip will ich unbedingt mit dabei sein - es ist einfach gigantisch, dort, wo Du Deine Zeit so verbringst :)! Bin "hin und wech" !!!!

Liebe Grüße
Katrin

Stefan hat gesagt…

Auch der berühmte Landschaftsphotograph HL schaft es unterbelichtete verwackelte Aufnahmen zu erzeugen. Auch wenn er dafür einen Tunnel und ein Auto braucht. Respeckt :-)

Ich hoffe das grüne Auto hat >20 MPixel, weil das ist echt genial